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Geschichte und Kirchengeschichte im Nationalsozialismus

in Schleswig-Holstein
 
 

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Alwast, Jendris: Geschichte der Theologischen Fakultät: vom Beginn der preußischen Zeit bis zur Gegenwart. Neumünster: Wachholtz, 1988. (Geschichte der Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665 - 1965; Bd. 2, T. 2). 247 S., Ill.

Darstellung der Fakultätsgeschichte auf breiter Quellenbasis; die nationalsozialistische Zeit wird ausführlich behandelt (S. 189 - 212). Die Studentenschaft war schon in den zwanziger Jahren zum Vorkämpfer des Nationalsozialismus an der Universität geworden und kämpfte vehement gegen alle liberale Tendenzen. 1933 waren 155 Theologiestudenten immatrikuliert, davon 4 weibliche. In den Folgejahren nahm die Zahl kontinuierlich ab, auf 22 im Wintersemester 1938/39 und nur noch 5 im 3. Trimester 1940. Nach Entlassung aller bekenntnistreuen Dozenten dominierten ausschließlich die Anhänger des totalitären Systems.  Die  nationalsozialistisch ausgerichtete Fakultät wurde, als getreuer Spiegel des Systems, nach dem Führerprinzip organisiert und war von inneren Rivalitätskämpfen zerrissen.

Alwast, Jendris: Die Theologische Fakultät unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. In: Prahl, Hans-Werner (Hrsg.): UNI-Formierung des Geistes: Universität Kiel im Nationalsozialismus. Bd. 1. Kiel: Malik-Regional-Verl., 1995 (Veröffentlichungen des Beirats für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein; Bd. 16), S. 87 - 137.

Aus den Akten erarbeitete, äußerst kritische Darstellung. Alwast sieht bei nahezu allen Kieler Dozenten eine geistige Nähe zum Nationalsozialismus, mit Ausnahme von Hermann Mulert, dem einzigen Demokraten, der 1935 zwangsemeritiert worden ist. Auch die Vertreter der ’Bekennenden Kirche’ Kurt Dietrich Schmidt und Privatdozent Volkmar Herntrich wurden bis 1935 entlassen. Nach einer organisatorischen Umstrukturierung und der Berufung jüngerer Dozenten 1935 dominierten ausschließlich regimekonforme Dozenten die Fakultät, die die rassistischen und antisemitischen Ideen der Nationalsozialisten offensiv vertraten.

Astrup, Anika: Die Kirche im Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein: Untersuchung und Vergleich verschiedener Gemeinden. Kiel, 2000. 66 S., 69 S. Anhang. Kiel, Univ., Realschullehrerprüfungsarbeit, 2000 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Die Autorin hat die Gemeindeblätter der Kirchengemeinden Hohn, Hennstedt und Viöl ausgewertet im Hinblick auf Beiträge zum Kirchenkampf, Bedeutung des Alten Testaments, Rosenberg-Mythos und Verhältnis der Kirche zu den Christen jüdischer Herkunft.

Bielfeldt, Johann: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1964. (Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes: Ergänzungsreihe; Bd. 1). 268 S.

Nicht überholtes Standardwerk zur Geschichte des Kirchenkampfes in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins aus der Sicht eines Zeitzeugen. Im zweiten Teil (S. 211 - 268) werden Dokumente abgedruckt. Die Arbeit enthält weder ein Register, noch ein Verzeichnis der benutzten Literatur und Akten.

Bielfeldt, Johann: Die Haltung des Schleswig-Holsteinischen Bruderrates im Kirchenkampf. In: Zur Geschichte des Kirchenkampfes: Gesammelte Aufsätze. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1965 (Arbeiten zur Geschichte des Kirchenkampfes; Bd. 15), S. 173 - 188.

Persönlich gefärbte Darstellung aus der Sicht eines ehemaligen Mitglieds des schleswig-holsteinischen Bruderrates, der auch den Spannungen und Strömungen innerhalb des Bruderrates nachgeht sowie den Konflikten mit dem Reichsbruderrat.

Dammann, Ernst: Ein Beitrag zur Geschichte der ev.-luth. Kirchengemeinde Pinneberg in nationalsozialistischischer Zeit. Pinneberg, 1996. 16 S.

Apologetische Rechtfertigungsschrift des ehemaligen Pinneberger Pastors (geb. 1904) über sein Verhalten im Nationalsozialismus.

Danker, Uwe; Dittrich, Irene: Verscharrt, verdrängt, vergessen: NS-Opfer auf dem Friedhof Eichhof/Kiel. Kiel: Neuer Malik-Verl., 1992. (Veröffentlichungen des Beirats für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein; Bd. 13). 32 S., 17 Bögen

Das Buch besteht aus einem 32-seitigem Begleitheft und 17 Bögen mit Fotografien von Grabsteinen und einer Liste der Toten. Auf dem Friedhof Eichhof wurde ab 1947 ein Ehrenfriedhof für die ’Opfer des Nationalsozialismus’ eingerichtet, in den 1950ger Jahre kam ein Mahnmal hinzu. Es sind insgesamt 675 Personen bestattet worden, davon mehr als 580 ausländische Zwangsarbeiter, aber auch deutsche Bombenkriegsopfer. Die Autoren kritisieren die unzulänglichen Texte des Mahnmals und die Verdrängung und Ausgrenzung der ausländischen Opfer durch die Stadt Kiel und die Kirche.

Dannenberg, Gerd: Pastor Reinhard Wester: 1932 - 1947. [Westerland]: Selbstverlag des Verfassers, 1987. (Dannenberg: Schicksal hinter goldenen Lettern). 132 S.

Chronikartige Darstellung der Kirchengeschichte auf Sylt, vor allem mit Auszügen aus der Zeitung ’Sylter Inselbote’, von 1932 bis 1947. Wester wurde 1932 Pastor in Westerland und war als Vorsitzender des Landesbruderrates der ’Bekennenden Kirche’ einer der entscheidenen Männer im Kirchenkampf in Schleswig-Holstein.

Dannenberg, Gerd: Kreuz und Hakenkreuz auf Sylt: 1933 - 1936. [Westerland]: Selbstverlag des Verfassers, [1987]. 56 S.; 106 S.

Die Studie besteht aus einer Darstellung des Kirchenkampfes auf Sylt von 1933 bis 1936 und einer Dokumentation mit Auszügen aus der ’Sylter Zeitung’ und dem ’Inselboten’. Im Mittelpunkt der Darstellung steht Pastor Reinhard Wester, von 1932 bis 1947 Pastor in Westerland / Sylt. Wester begrüßte zunächst die Machtübernahme der Nationalsozialisten, trat in die SA ein schloß sich den ’Deutschen Christen’ an. Im Dezember 1933 verlies er die ’Deutschen Christen’ wieder, wandte sich der ’Bekennenden Kirche’ zu und wurde Vorsitzender des Landesbruderrates. Nach Verhaftung durch die Gestapo entschloss er sich 1942 zur Wehrmacht  zu gehen. Nach der Kriegsgefangenschaft kehrte er 1947 nach Westerland zurück und wurde noch im gleichen Jahr zum Bischof von Schleswig gewählt. Außerdem schildert der Autor ausführlich die kirchliche Jugendarbeit und die Judenverfolgung auf Sylt.

Dethleffsen, Christian: Pastorale Existenz in der Endphase der Weimarer Republik: der ’Bruderkreis junger Theologen’ in Schleswig-Holstein 1929 - 1933. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 49 - 70.

Hauptpunkt der Darstellung: Auseinandersetzung des 1929 gegründeten ’Bruderkreises junger Theologen’ konservativer jüngerer Pastoren in Schleswig-Holstein mit dem ’Altonaer Bekenntnis’ von 1933. Der Bruderkreis löste sich 1933 auf.

Diederichs, Urs. J; Wiebe, Hans-Hermann (Hrsg.): Schleswig-Holstein unter dem Hakenkreuz. Bad Segeberg; Hamburg: Ev. Akademie Nordelbien, [1985]. (Evangelische Akademie Nordelbien, Dokumentationen; 7). 283 S.

Aufsatzband, der aus einer Tagungsreihe der Evangelischen Akademie Nordelbien in den Jahren 1983 und 1984 hervorging. Mit Beiträgen zu den Themenkomplexen: 1. Aufstieg und Machtübernahme der NSDAP. 2. Formen des Widerstands gegen die NS-Herrschaft. 3. Wissenschaft und Kunst im Dritten Reich. 4. Das Ende der NS-Herrschaft und ihre Bewältigung.

Dittrich, Irene (Bearb.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945: Bd. 7. Schleswig-Holstein. 1. Nördlicher Landesteil. Frankfurt/Main: VAS, 1993. 225 S., Ill.

Sehr nützliches Nachschlagewerk über die Opfer des Nationalsozialismus in den Landkreisen Dithmarschen, Flensburg, Nordfriesland, Plön, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg und der Stadt Kiel. Die Verfolgung von Widerstandskämpfern aus SPD und KPD, Juden, Minderheiten wie Sinti und Roma, Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und auch Pastoren der ’Bekennenden Kirche’ wird minitiös beschrieben. Zahlreiche Literaturhinweise, Fotos und ein ausführliches Ortsregister ergänzen die Darstellung.

Dohnke, Kay; Stein, Dietrich (Hrsg.): Gustav Frenssen in seiner Zeit: Von der Massenliteratur im Kaiserreich zur Massenideologie im NS-Staat. Heide: Boyens, 1997. 504 S., Ill.

Ausatzsammlung zu Leben und Werk des bekannten Schriftstellers. Frenssen, 1863 in Barlt geboren, studierte Theologie und war von 1890 bis 1901 als Pastor in Hennstedt und Hemme tätig. Danach widmete er sich ausschließlich der Schriftstellerei. Der Nationalsozialismus wurde von ihm rückhaltlos begrüßt und mit dem Buch ’Der Glaube der Nordmark’ von 1936 wollte er die geistige Grundlage für ein neues ’arisch-nordisches Glaubensbekenntnis’ liefern. Das Buch wurde von den Nationalsozalisten enthusiastisch begrüßt, von der ’Bekennenden Kirche’ dagegen stark kritisiert. Im Herbst 1938 trat  Frenssen aus der evangelisch-lutherischen Kirche aus und widmete sich ganz der nationalsozialistischen und antisemitischen Propaganda. Seine Bücher erreichten extrem hohe Auflagen und waren vor allem unter Jugendlichen stark verbreitet. Er starb 1945 in Barlt.

Finze, Holger: Konflikte eines schleswig-holsteinischen Gemeindepfarrers in der Zeit des Kirchenkampfes 1933 bis 1945: dargestellt am Beispiel K. Kobolds. Kiel, 1979. 32 S. [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bestand 94 (Dokumentation)].

Der Preetzer Pastor Karl-Heinrich Kobold war einer der führenden Persönlichkeiten der ’Bekennenden Kirche’ in der Propstei Segeberg. Der Beitrag beruht auf der Auswertung seines Nachlasses und geht ausführlich auf die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen in Preetz ein.

Haasler, Bernd: Evangelische Jugendarbeit in Schleswig-Holstein: die Geschichte der landeskirchlichen Jugendarbeit von 1921 bis 1988. Neumünster: Wachholtz, 1990. (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte: Reihe 1; Bd. 36). 351 S., Ill.

Grundlegendes Werk über die Jugendarbeit der schleswig-holsteinischen Landeskirche. Die evangelische Jugendarbeit im Nationalsozialismus (S. 35 - 58) war geprägt vom Konflikt um die Eingliederung des Jugendwerkes in die Hitlerjugend. Der Landesjugendpastor Wolfgang Prehn leistete Widerstand worauf die Kirchenleitung bis zum Februar 1934 die Eingliederung verfügte und Prehn absetzte. Daraufhin baute die ’Bekennende Kirche’ ihre eigene Jugendarbeit auf.

Hamer, Kurt; Schunck, Karl-Werner; Schwarz, Rolf (Hrsg.): Vergessen + Verdrängt: eine andere Heimatgeschichte; Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus in den Kreisen Rendsburg und Eckernförde. Eckernförde: Schwensen, 1984. 245 S., Ill.

Sammelband mit zahlreichen kurzen Aufsätzen zum Nationalsozialismus in den beiden Landkreisen. Genannt seien die Beiträge von Gerhard Hoch über die ’braune’ Synode in Rendsburg am 12. September 1933 (S. 155 - 158), von Rolf Schwarz über das Schicksal der Rendsburger Juden im Nationalsozialismus (S. 213 - 217), von Elke Heinz über den jüdischen Friedhof in Westerrönfeld (S. 218 - 219) und von Else Bevendorff über Gestrandete Jüdinnen vor Bookniseck (S. 220 - 221) mit einem aufschlußreichen Zitat aus der Chronik der Kirchengemeinde Waabs. Die Beiträge enthalten sehr instruktives Bildmaterial.

Hammer, Friedrich: Verzeichnis der Pastorinnen und Pastoren der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche 1864 - 1976. Kiel: Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, [1991]. (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Sonderband ; [1991]). 423 S.

Biographische Angaben zu den Pastoren der Landeskirche; aus den Personalakten erstellt. Ein Ortsregister der Pfarrstellen ist nicht vorhanden.

Heesch, Eckhard: Nationalsozialistische Zwangssterilisierungen psychatrischer Patienten in Schleswig-Holstein. In: Demokratische Geschichte: Jahrbuch zur Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein 9 (1995), S. 55 - 102.

Darstellung mit zahlreichen statistischen Angaben und vielen Abbildungen zeitgenössischer Dokumente. Insbesondere werden die Sterilisierungen in den ’Holsteinischen Heilstätten für Nerven- und Alkoholkranke’ in Rickling (Träger: Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein) dargestellt.

Henningsen, Claas: Kurt Dietrich Schmidt in Kiel: sein Wirken und seine Stellung in der Landeskirche und

in der theologischen Fakultät. Kiel, 1999. 50 S. Kiel, Univ., Kirchliche Examensarbeit, 1999 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Studie über den Professor für Kirchengeschichte Kurt Dietrich Schmidt (1896 - 1964) und dessen kirchenpolitischen Positionen von 1929, dem Berufungsjahr an die Kieler Universität, bis zur Zwangsemeritierung 1935. Schmidt war einer der führenden Köpfe der ’Bekennenden Kirche’ in Schleswig-Holstein mit einer allerdings sehr ambivalenten Einstellung zum Nationalsozialismus und dessen geistige Grundlagen. Die Studie beruht auf der Auswertung seines Nachlasses in der Universitätsbibliothek Kiel.

Hoch, Gerhard: Die braune Synode: ein Dokument kirchlicher Untreue. Bad Bramstedt: Roland-Verl., 1982. 72 S.

Textabdruck der 5. ordentlichen Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins vom 12. September 1933 mit einer Einleitung des Herausgebers. Es handelt sich um ein Schlüsseldokument für die Durchsetzung der Positionen der ’Deutschen Christen’ in der Landeskirche.

Hoch, Gerhard: Zwölf wiedergefundene Jahre: Kaltenkirchen unter dem Hakenkreuz. Bad Bramstedt: Roland-Werbung, [1980]. 344 S., Ill.

Kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte Kaltenkirchens im Nationalsozialismus mit umfassender Darstellung der evangelischen Kirchengemeinde. Hinzu kommen biographische Notizen zu den Pastoren Ernst Szymanowski (1941 Namensänderung in Ernst Biberstein) und Johannes Thies. Szymanowski (1899 - 1986)  wurde 1927 Pastor in Kaltenkirchen und 1934 Propst von Segeberg. Schon 1926 trat der fanatische Antisemit in die NSDAP ein. Im August 1935 legte er sein Propstenamt nieder, um als Referent in das Reichskirchenministerium zu wechseln. 1938 soll er aus der Kirche ausgetreten sein. Im Oktober 1940 ging er von der Wehrmacht zum Sicherheitsdienst (SD) der SS, im Juni wurde er Chef des SS-Einsatzkommandos 6 (Ukraine) und war unter anderem auch an der Ermordung von Juden beteiligt. Im  Nürnberger Einsatzgruppenprozeß 1947 zum Tode verurteilt wurde er später begnadigt und im Mai 1958 aus dem Gefängnis entlassen.

Hoch, Gerhard: Eine Volksmissionsfahrt durch die Propstei Rendsburg vom 17. bis 28. Oktober 1935. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 329 - 338.

Die Volksmissionsfahrt wurde organisiert von Pastor Martin Pörksen und sollte als Aktion der ’Bekennenden Kirche’ gegen die Anhänger der ’Deutschen Christen’ und der ’Deutschkirche’ die wahren Werte des Christentums den Mitgliedern der besuchten Gemeinden nahebringen und gleichzeitig innerhalb der Teilnehmergruppe echte Brüderlichkeit entstehen lassen. Teilnehmer waren hauptsächlich Theologiestudenten und Vikare, die mit dem Fahrrad zahlreiche kleine Dörfer aufsuchten und Gottesdienste abhielten. Hoch kritisiert aber, das auch die ’Bekenntnisgemeinschaft’ den totalitären Staat anerkannte und Rassismus und Antisemitismus weit verbreitet waren.

Hoch, Gerhard; Schwarz, Rolf (Hrsg.): Verschleppt zur Sklavenarbeit: Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Schleswig-Holstein. Alveslohe; Nützen: [Selbstverlag], 1985. 191 S., Ill.

Sammelband mit Beiträgen zu Lagern mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern in Schleswig-Holstein während des Zweiten Weltkrieges mit vielfältigen Hinweisen auf Friedhöfe mit ihren Grabstellen. Auf S. 157 - 190 wird versucht einen möglichst vollständigen Überblick über alle Lager zu geben, mit genauen Angaben zur Zahl der Gebäude, Belegplätze, Nationalitäten der Insassen und zu den Gräbern.

Hoffmann, Erich; Wulf, Peter (Hrsg.): ’Wir bauen das Reich’: Aufstieg und erste Herrschaftsjahre des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. Neumünster: Wachholtz, 1983. (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins; 81). 460 S., Ill.

Sammelband mit 19 Aufsätzen. Die Beiträge in Kapitel 5. Antisemitismus und beginnender Kirchenkampf sind einzeln aufgeführt. Das Buch wird erschlossen durch ein Personenregister.

Holtz, Rainer: Die Rolle Breklums in der Zeit des Nationalsozialismus: (Bekennende Kirche contra

Deutsche Christen). Neumünster, 1986. 50 S. Kiel, Päd. Hochschule, Realschullehrerexamensarbeit, 1986 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Darstellung über die Breklumer Mission im Nationalsozialismus, die im wesentlichen aus der Wiedergabe zweier Interviews mit Martin Pörksen und Helene Langlo besteht. Pörksen war Mitglied des Pfarrernotbundes und einer der führenden Köpfe der ’Bekennenden Kirche’ in Schleswig-Holstein. Helene Langlo war Reisesekretärin in Breklum.

Hübner, Friedrich: Die ’Barmer Theologische Erklärung’ von 1934 als bleibende Herausforderung für die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche und die Ökumene. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 361 - 380.

Die ’Barmer Theologische Erklärung’ wurde am 31. Mai 1934 von der 1. Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche als christlich, biblisch-reformatorisches Zeugnis angenommen. Vorangegangen war im Januar 1933 das ’Altonaer Bekenntnis’ gegen den politischen Extremismus von links und rechts. Der Autor schildert ausführlich die Entstehungsgeschichte der ’Theologischen Erklärung’ und ihre Auswirkung auf den Kirchenkampf in Schleswig-Holstein.

Imberger, Elke: Widerstand ’von unten’: Widerstand und Dissens aus den Reihen der Arbeiterbewegung und der Zeugen Jehovas in Lübeck und Schleswig-Holstein 1933-1945. Neumünster: Wachholtz, 1991. (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins; Bd. 98). 393 S.

Die Autorin setzt sich zunächst ausführlich mit dem Problem des Widerstandes gegen ein totalitäres Regime auseinander, wobei insbesondere die unterschiedlichen Formen und Intensität des Widerstandes erläutert wird. Der erste Teil (S. 45 - 241) umfasst die Darstellung des Widerstandes und Dissenses aus den Reihen der Arbeiterbewegung in Lübeck und Umgebung 1933 - 1945. Im zweiten Teil (S. 243 - 376) wird Widerstand und Dissens der Zeugen Jehovas (Bibelforscher) in ganz Schleswig-Holstein, mit Schwerpunkt 1933 - 1937, dargestellt. Imberger kommt zu dem Ergebnis, daß in der Form des Widerstandes eine auffällige Parallelität zwischen der KPD und der Bibelforscher-Vereinigung bestand: beide waren zentralistisch und strikt hierachisch organisiert, beide besaßen radikale Ideologien und eine hochgradig motivierte, risikofreudige Anhängerschaft.

Jakob, Volker: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein in der Weimarer Republik: sozialer Wandel und politische Kontinuität. Münster ; Hamburg: Lit, 1993. (Sozial- und Wirtschaftsgeschichte; 2). V, 443 S.

Umfassende und grundlegende Studie, auf einer Dissertation aus dem Jahr 1984 beruhend, die aus zwei Teilen besteht: im ersten Teil (S. 1 - 217) bietet der Autor eine strukturgeschichtliche Darstellung der Entwicklung von 1918 bis 1934 innerhalb der Landeskirche und der evangelischen Publizistik. Im zweiten Teil (S. 218 - 376) wird ein außerordentlich umfangreicher statistischer Anhang geboten zu praktisch allen Aspekten des kirchlichen Lebens, auch zur politischen Einstellung der Pastoren, sowie zahlreiche Kurzbiographien. Am Ende des Buches findet man eine Übersicht der benutzten Archivalien und der Literatur; ein Register ist nicht vorhanden. Der Autor bewertet die Entwicklung der Landeskirche äußerst kritisch: das schleswig-holsteinische Luthertum hat sich der Weimarer Republik von Beginn an verweigert und das großzügige Angebot an Freiheit und Selbständigkeit für die Kirche lediglich benutzt, um die Autorität und Legitimität des Staates zu untergraben. In der letzten Phase der Weimarer Republik war es zu allgemeinen Auflösungstendenzen und tiefer Orientierungslosigkeit gekommen. Die unveränderte staatskirchliche Mentalität forderte immer stärker den autoritären Staat als Lösung für alle Probleme. Der Nationalsozialismus erfüllte dann zunächst diese Hoffnungen und wurde daher von der Mehrzahl der Pastoren enthusiastisch begrüßt.

Jakubowski-Tiessen, Manfred: Gemeinschaftsverein und Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 185 - 222.

Der ’Verein für Innere Mission in Holstein’ (seit 1907 Gemeinschaftsverein) im Konflikt zwischen den ’Deutschen Christen’ und der ’Bekennenden Kirche’ in Schleswig-Holstein. Dabei rückte der Gemeinschaftsverein unter seinem Vorsitzenden Karl Möbius immer weiter von der Landeskirche ab.

Jenner, Harald: Konzentrationslager Kuhlen 1933. Rickling: Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein, 1988. 128 S., Ill.

Von Juli bis Oktober 1933 befand sich in Kuhlen bei Rickling (Kreis Segeberg) ein sogenanntes ’wildes’ Konzentrationslager mit ungefähr 200 Häftlingen. Das Gut Kuhlen gehörte dem Landesverein für Innere Mission, auf seinem Gelände befand sich das Lager, er hatte Verwaltung und Versorgung übernommen und profitierte von der Zwangsarbeit der Häftlinge. Der Autor deckt detailliert die Verstrickung des kirchlich-diakonischen Vereins in das nationalsozialistische Unrecht auf und stellt anschaulich das Schicksal der Häftlinge dar.

Jenner, Harald: Pastorinnen und Pastoren in Nordelbien 1892 - 1992: Eine Dokumentation zur Geschichte der Pastorenvereine und des Pastorenstandes. Neumünster: Wachholtz, 1992. 179 S., Ill.

Der Pastorenverein 1933 - 1945 (S. 95 - 117). Kritische Darstellung zum Verhalten der Pastoren; mit detaillierten Statistiken.

Jenner, Harald: ... ein langer Weg: Kropper Anstalten, Diakonissenanstalt, Diakoniewerk Kropp. 111 Jahre helfen, heilen, trösten. Kropp: [Diakoniewerk Kropp], 1990. 137 S., Ill.

Der Autor geht intensiv auf die Geschichte der Diakonissenanstalt Kropp im Nationalsozialismus ein (S. 65 - 97). Zunächst ist der Nationalsozialimus von den Diakonissen freudig begrüßt worden, später wurde die Einstellung reservierter. Das ärztliche Personal hat die ’rassebiologischen’ Vorstellungen der Nationalsozialisten nicht übernommen, sondern die Rechte der geisteskranken Patientinnen weiter wahrgenommen. An der Euthanasie war man hier nicht beteiligt. Im März 1942 wurde die Anstalt für Wehrmachtszwecke geräumt und die 519 Patientinnen in andere Anstalten verlegt. Zahlreiche Tabellen und abgedruckte Originaldokumente veranschaulichen die Darstellung.

Jürgensen, Claus: ’-mit einem Schein des Rechts.’: Notverordnungsregime und Machtergreifung der Deutschen Christen 1933 nach dem ’Kirchlichen Gesetz- und Verordnungsblatt für den Amtsbezirk des ev.-luth. Kirchenamtes in Kiel’. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 223 - 245.

Darstellung der Rechtsentwicklung von 1918 bis 1933 als Grundlage für die Durchsetzung des ’Führerprinzips’ in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins.

Jürgensen, Kurt: Erinnerung an D. theol. Hans Matthießen, Landessuperintendent von 1944 bis 1959, und an

seine Zeit. In: Jürgensen, Kurt (Hrsg.): Die Kirche im Herzogtum Lauenburg: Beiträge zu ihrer Geschichte und Gegenwart. Neumünster: Wachholtz, 1994 (Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur: Kolloquium; 5), S. 108 - 129.

Hans Matthießen (1895 - 1975) wurde im November 1934 als Pfarrer in die lauenburgischen Kirchengemeinde Sahms berufen. Er gehörte weder zu den ’Deutschen Christen’ noch stand er der ’Bekennenden Kirche’ nahe, sein politische Grundhaltung war national-konservativ geprägt. Im Juli 1944 wurde er zum neuen Landessuperintendenten der lauenburgischen Kirche ernannt. Der Autor beschreibt den weiteren Weg Matthießens in der Nachkriegszeit und den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen sowie die Schulddiskussion innerhalb der Evangelischen Kirche.

Jürgensen, Kurt: Die Stunde der Kirche: die Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Neumünster: Wachholtz, 1976. (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte: Reihe 1; Bd. 24). 474 S., Ill.

Maßgebliche Studie über den Wiederaufbau der Landeskirche vom Frühjahr 1945 bis zum Beitritt zur Evangelischen Kirche in Deutschland im November 1948. Zu den wichtigsten Männern für einen Neuanfang und der Bildung einer ’Vorläufigen Kirchenleitung’ zählten der 1933 abgesetzte Altbischof Eduard Völkel, Pastor Wilhelm Halfmann aus Flensburg und der nach Schleswig-Holstein zurückgekehrte Pastor Hans Asmussen. Halfmann wurde im August 1945  Präses der ’Vorläufigen Kirchenleitung’ und im September 1946 Bischof von Holstein und Vorsitzender der Kirchenleitung. Das Buch enthält ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis, zahlreiche personenbezogene Übersichten sowie zeitgenössisches Bildmaterial.

Kinder, Christian: Neue Beiträge zur Geschichte der evangelischen Kirche in Schleswig-Holstein und im Reich 1924-1945. 3., überarb. und erw. Aufl. Flensburg: Karfeld Verlag, 1964. 247 S. [1. Aufl. 1964].

Apologetische Rechtfertigungsschrift in autobiographischer Form des ehemaligen Präsidenten des Landeskirchenamtes in Kiel und Reichsleiters der ’Deutschen Christen’. Kinder gehörte zu den Schlüsselpersönlichkeiten im Kirchenkampf in Schleswig-Holstein und im Reich und reagierte mit dieser Veröffentlichung auf die 1964 erschienene Darstellung von Johann Bielfeldt über den Kirchenkampf in Schleswig-Holstein, auf die er sich häufig bezieht. Er schildert den Kirchenkampf aus der Sicht der ’Deutschen Christen’, ohne sich von seinen damaligen Positionen im wesentlichen zu distanzieren. Das Buch enthält Personen- und Sachregister.

Knoke, Walther: Kirche in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft im Spiegel von Gemeindechroniken aus dem ländlichen Raum Ostholsteins. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 307 - 328.

Sehr quellennah wird vom Autor die Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinden zwischen den Anhängern der ’Deutschen Christen’ und der ’Bekennenden Kirche’ dargestellt. Die von den Pastoren geführten Gemeindechroniken bieten hierzu umfassendes Anschauungsmaterial so in Lütjenburg, Preetz oder Giekau. Herausgegriffen sei das Schickal von Pastor Walter Auerbach aus Altenkrempe: als sogenannter ’Volljude’, der einzige in der schleswig-holsteinischen Pastorenschaft, wurde er 1935 in den Ruhestand versetzt. Innerhalb seiner Gemeinde hatte es starke antisemitische Ausfälle gegen ihn gegeben. Der Oldenburger Propst Schulze setzte sich sofort für Auerbach ein, aber das Landeskirchenamt und Schulzes Nachfolger Bender ließen ihn fallen.

Konukiewitz, Enno: Hans Asmussens Weg zum Altonaer Bekenntnis. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 71 - 84.

Der Altonaer Pfarrer Hans Asmussen (Altona, Hauptkirchengemeinde) war maßgeblich an der Formulierung des ’Altonaer Bekenntnis’ von 1933 beteiligt. 1934 wurde er wegen seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Korte, Detlef: ’Erziehung’ ins Massengrab: die Geschichte des ’Arbeitserziehungslagers Nordmark’ Kiel Russee 1944 - 1945. Kiel: Neuer Malik-Verl., 1991. (Veröffentlichungen des Beirats für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein; 10). 329 S., Ill.

Grundlegende Darstellung zur Geschichte eines ’Konzentrationslagers’ in Schleswig-Holstein. S. 123 - 126 über Pastor Ewald Dittmann, der 1945 als 67-jähriger im Lager starb.

Krieger, Hans: Gemeindearbeit im III. Reich, dargestellt am Beispiel der Propstei Rantzau. [Hamburg], 1988. 81 S. Hamburg, Univ., Staatsexamensarbeit, 1988 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Darstellung des Kirchenkampfes in der schleswig-holsteinischen Propstei Rantzau, die auf umfangreichen Archivstudien beruht. In einem zweiten Teil werden kirchliche Amtshandlungen von 1931 - 1944 in der Kirchengemeinde Elmshorn statistisch ausgewertet. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, daß besonders die Zahl der Trauungen zurückging, was auf die kirchenfeindliche Propaganda der NSDAP zurückzuführen sein könnte.

Lorenzen, Olde: ’Macht ohne Moral’: Vom KZ Husum-Schwesing zum Mahnmal für die Opfer. Heide: Boyens, 1994. 182 S., Ill.

Darstellung der Geschichte eines Außenlagers des Konzentrationslagers Neuengamme in Husum-Schwesing und der Planung einer Gedenkstätte im Jahr 1983. Ausführlich dargelegt wird die Reaktion der Bevölkerung auf die Errichtung des Konzentrationslagers. Das Buch entstand aus einem Beitrag für den Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten 1992/93.

Magaard, Gothart; Ulrich, Gerhard (Hrsg.): 100 Jahre Predigerseminar Preetz: eine Festschrift. Kiel: Luth. Verlagsges., 1996. 272 S., Ill.

Mit einem Beitrag von Claus Jürgensen über das Predigerseminar im Nationalsozialismus (S. 42 - 57), der insbesondere der Konflikt zwischen den Vikaren, die sich zu der ’Bekennenden Kirche’ zählten, und dem Segeberger Propst Ernst Szymanowski beleuchtet.

 

Moritzen, Johannes: In neun Gärten ging mein Fuß. Breklum: Breklumer Verl., 1979. 167 S.

Autobiographie eines Mitglieds der ’Bekennenden Kirche’ in Schleswig-Holstein. Moritzen war Pastor am Städtischen Krankenhaus und den Universitätskliniken in Kiel. Er berichtet über zahlreiche Konflikte mit den ’Deutschen Christen’ und mit der Gestapo. 1937 wurde er zwangsweise nach Friedrichstadt versetzt wo er die sogenannte ’Reichskristallnacht’ vom 9./10. November 1938 erlebte und ausführlich schildert.

Motschmann, Jens: Kreuz und Hakenkreuz: Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933 - 1945. In: Motschmann, Jens (Hrsg.): Kirche zwischen den Meeren: Beiträge zur Geschichte und Gestalt der Nordelbischen Kirche. Heide i. Holst.: Boyens, 1981 (Steinburger Studien; 2), S. 177 - 209.

Knappe Darstellung zum Kirchenkampf in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins, die ausschließlich auf der bekannten Literatur beruht. Die Urteile des Autors über führende Persönlichkeiten, wie z. B. Christian Kinder, Präsident des Landeskirchenamtes, sind nicht unumstritten.

Paul, Gerhard: Staatlicher Terror und gesellschaftliche Verrohung: die GESTAPO in Schleswig-Holstein. Hamburg: Ergebnisse-Verl., 1996. (IZRG-Schriftenreihe; 1). 527 S., Ill.

Umfassende Darstellung zur Tätigkeit der Gestapo in Schleswig-Holstein. Im  Quellenanhang auf S. 444 - 464: Berichte betr. Überwachung und Verfolgung von Kirchen und religiösen Gemeinschaften. Die Berichte betreffen insbesondere den ’Lübecker Christenprozeß’ (Karl-Friedrich Stellbrink). Darüber hinaus Quellenmaterial zur ’Bekennenden Kirche’ (Reinhard Wester).

Paul, Gerhard: Von der Verwurzelung des Terrors: die Gestapo und Nordfriesland. In: Nordfriesland Nr. 119 (1997), S. 16 - 21.

Knapper Überblick über die Tätigkeit der Gestapo in Nordfriesland. Dargestellt werden unter anderem die Maßnahmen gegen jüdische Feriengäste auf Sylt und gegen den Vorsitzenden des Landesbruderrates der ’Bekennenden Kirche’ Pastor Reinhard Wester aus Westerland / Sylt.

Paul, Gerhard (Bearb.): ’Flensburg meldet: ... !’: Flensburg und das deutsch-dänische Grenzgebiet im Spiegel der Berichterstattung der Geheimen Staatspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD) des Reichsführers-SS (1933-1945). Flensburg: Stadtarchiv Flensburg, 1997. (Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte; 2). 383 S., Ill.

Edition der Berichte des Sicherheitsdienstes und des Flensburger Polizeipräsidenten mit einer ausführlichen Einleitung des Bearbeiters über die Gestapo in Flensburg. Die Gestapo fertigte regelmäßige Berichte über die ’evangelische Bewegung’, daß heist die Arbeit der ’Bekennenden Kirche’, an. Besonders aufmerksam wurde der Vorsitzende des Landesbruderrates, Pastor Reinhard Wester, beobachtet.  Die abgedruckten Dokumente werden erschlossen durch Personen- und Ortsregister.

 

Pauselius, Peter: Preetz unter dem Hakenkreuz. Großbarkau: Edition Barkau, 2001. 723 S., Ill.

Sehr umfangreiche und genau gearbeitete Darstellung, die ausführlich auf die Judenverfolgung und die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde und des Predigerseminars in Preetz eingeht. Der Preetzer Pastor Karl-Heinrich Kobold war einer der führenden Köpfe der ’Bekennenden Kirche’ in der Propstei Segeberg.

Piening, Holger: Westküste 1945: Nordfriesland und Dithmarschen am Ende des Zweiten Weltkrieges. Heide: Boyens, 2000. 287 S., Ill.

Mit einem Beitrag über Pastor Ewald Dittmann (S. 47 - 49), der 1945  in das ’Arbeitserziehungslager Nordmark’ eingewiesen wurde und dort starb. Mit weiterführenden Literaturhinweisen.

Prahl, Hans-Werner (Hrsg.): UNI-Formierung des Geistes: Universität Kiel im Nationalsozialismus. Bd. 1. Kiel: Malik-Regional-Verl., 1995. (Veröffentlichungen des Beirats für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein; Bd. 16). 351 S., Ill.

Aufsatzsammlung mit einer Einführung des Herausgebers und Beiträgen über die Juristische Fakultät, die Pädagogik, Deutsche Volkskunde, Soziologie und Musikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel während des Nationalsozialismus. Der Beitrag über die Theologische Fakultät von Jendris Alwast ist einzeln aufgeführt. Zahlreiche zeitgenössische Fotos illustrieren das Buch. Ein Register ist nicht vorhanden. Ein angekündigter zweiter Band über weitere Fakultäten ist nicht erschienen.

Prehn, Wolfgang (Hrsg.): Zeit, den schmalen Weg zu gehen: Zeugen berichten vom Kirchenkampf in Schleswig-Holstein. Kiel: Luth. Verlagsges., 1985. 232 S.

Ein Sammelband mit 44 biographischen und autobiographischen Beiträgen zum Kirchenkampf in Schleswig-Holstein. Es berichten: Wolfgang Prehn, Herbert Ruhberg, Lorenz Claussen, Wilhelm Detlefsen, Hans Peter Claussen, Johannes Schmidt, Alfred Petersen, Rudolf Hoffmann, Ernst Henschen, Adolf Ruppelt, Johann Schmidt, Hans-Werner Jensen, Theodor Pinn, Hans Dunker, Adolf Thomsen, Hans Claussen, Arthur Petersen, Martin Beuck, Martin Pörksen, Elisabeth Pörksen, Dorothea Andersen, Helene Langlo, Johannes Andersen, Johannes Diederichsen, Johannes Schröder über Johann Claus Bielfeldt, Rudolf Halver über Wilhelm Halfmann, Willi Schwennen über Reinhard Wester, Johannes Schmidt über Johannes Tramsen, Erich Pörksen über Hans Treplin, Theodor Vierck über Otto von Dorrien, Rudolf Halver über Julius Schniewind, Rudolf Halver über Hans Asmussen, Rudolf Hoffmann über Martin Bertheau, Rudolf Hoffmann über Wilhelm Knuth, Wolfgang Prehn über Johannes Lorentzen, Wolfgang Prehn über Kurt-Dietrich Schmidt. Das Buch wird durch ein Personenregister erschlossen.

Reumann, Klauspeter: Kirche und Nationalsozialismus: die Berufung Wilhelm Halfmanns nach St. Marien

Flensburg im Februar/März 1933 - Vorweggenommene Fronten des Kirchenkampfes?. In: Hoffmann, Erich; Wulf, Peter (Hrsg.): ’Wir bauen das Reich’: Aufstieg und erste Herrschaftsjahre des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. Neumünster: Wachholtz, 1983 (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins; Bd. 81), S. 369 - 389.

Im Frühjahr 1933 deuteten sich in Flensburg schon die Fronten im späteren Kirchenkampf an: dem liberalen und bekenntnistreuen Kandidaten für die Pfarrstelle St. Marien, Wilhelm Halfmann, stand das NSDAP-Mitglied Gerhard Meyer gegenüber. Halfmann konnte die Wahl für sich entscheiden. Meyer sprach noch am 16. Mai auf einer Großveranstaltung der ’Deutschen Christen’ in Flensburg, die in den ’Flensburger Nachrichten’ starke Beachtung fand. Die ’Deutschen Christen’ waren zu diesem Zeitpunkt offensiv geworden und konnten auch die Gemeindewahlen im Juli für sich entscheiden. Halfmann trat gegen das Wahlverfahren für diese Wahlen und im Dezember gegen den Landesbischof auf, worauf der Kirchenälteste und Ortsgruppenleiter der NSDAP, Heinrich, einen Mißbilligungsantrag gegen Halfmann mit dem Ziel seiner Versetzung durchzusetzen versuchte.

Reumann, Klauspeter: Die Ungleichheit der schriftlichen Überlieferungen zum Kirchenkampf im Dritten Reich. Teil 1.2. In: Mitteilungen zum Archivwesen in der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche 17 (1997) S. 20 - 24 und 18 (1998) S. 19 - 22.

Der Autor stellt zunächst den grundlegenden Unterschied zwischen den Pastoren, die sich zu den ’Deutschen Christen’ zählten und denen der ’Bekennenden Kirche’ heraus. Während die ersteren nach dem ’nationalsozialistischen Führerprinzip’ strikt hierachisch organisiert waren und jede offene Diskussion vermieden, war die ’Bekenntnisgemeinschaft’ an intensivem Gedankenaustausch in Wort und Schrift interessiert. Für die ’Deutschen Christen’ ergibt sich in Schleswig-Holstein außerdem ein massiver Verlust der archivischen Quellen durch die Vernichtung des Schriftgutes der Gauleitung im Januar 1944 durch einen Bombentreffer des Kirchenamtes. Das Schriftgut der ’Bekennenden Kirche’ ist demgegenüber in den Nachlässen von Wilhelm Halfmann und Reinhard Wester nahezu vollständig erhalten geblieben und im Nordelbischen Kirchenarchiv in Kiel einsehbar.

Reumann, Klauspeter: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933 bis 1945. In: Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte: Bd. 6.1 Kirche zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung. Neumünster: Wachholtz, 1998 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 31), S. 111 - 473.

Handbuchartige Darstellung, die einen Gesamtüberblick über den Kirchenkampf in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins auf dem neuesten Stand der Forschung versucht. Reumann unterteilt sein Werk in 13 Kapitel: 1. Begriff, Literaturstand und Quellenlage. 2. Vorprägungen des Kirchenkampfes. 3. Die Umgestaltung der Landeskirche durch die Deutschen Christen. 4. Der Notbund: Anfänge einer bekenntnismäßigen Gegenfront. 5. Die Eingliederung des kirchlichen Jugendwerkes in die Hitlerjugend. 6. 1934: Das Jahr der kirchenpolitischen Ausgleichsversuche. 7. 1935: Versuch des landeskirchlichen Sonderweges. 8. Die Ära der staatlichen Kirchenausschüsse 1935 -1937. 9. Die Landeskirche als Grenzkirche zu Dänemark. 10. Kirchenleitung im staatlichen Auftrag 1938/39. 11. Kirche im Krieg. 12. Die Neuausrichtung der Landeskirche. 13. Die Überwindung des Kirchenkampfes. Erschlossen wird der Beitrag durch ein umfassendes Personenregister; Orts- und Sachregister sind nicht vorhanden.

Reumann, Klauspeter: Das Ringen um den rechten Weg: Kirchliches Leben in Flensburg 1933 bis 1945. In: Stadtarchiv Flensburg (Hrsg.): Zwischen Konsens und Kritik: Facetten kulturellen Lebens in Flensburg 1933-1945. Flensburg: Stadtarchiv Flensburg, 1999 (Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte; 4), S. 59 - 99.

Der Autor legt hier seine Quintessenz aus jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem Kirchenkampf in Flensburg vor. In Flensburg standen sich ’Bekennende Kirche’ und ’Deutsche Christen’ 1935/36 unmittelbar gegenüber: von den 14 Flensburger Pastoren gehörten 8 der Bekenntnisgemeinschaft an, 3 den ’Deutschen Christen’ unter ihnen Propst Karl Hasselmann. Sein Gegenspieler war Pastor Wilhelm Halfmann. Nachdem Hasselmann den Kurs der ’Deutschen Christen’ nicht mehr mitragen konnte, kam es zwischen beiden zur Annäherung in gemeinsamer Ablehnung des kirchenpolitischen Kurses des Präsidenten des Landeskirchenamtes Christian Kinder. Hasselmann und Halfmann in Flensburg waren auch beim Neuaufbau der schleswig-holsteinischen Landeskirche zum Ende des Zweiten Weltkrieges entscheidende Persönlichkeiten.

Reumann, Klauspeter: Halfmanns Schrift ’Die Kirche und der Jude’ von 1936. In: 100 Jahre Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. [Kiel]: Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, 1997 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 2; Bd. 48), S. 36 - 55.

Im Dezember 1936 erschien Wilhelm Halfmanns fünfzehnseitige Broschüre ’Die Kirche und der Jude’ in einer Gesamtausgabe von 10.000 Exemplaren. Im Februar 1937 wurde sie polizeilich beschlagnahmt. Halfmann war einer der führenden Mitglieder der ’Bekennenden Kirche’ und stand dem Nationalsozialismus kritisch gegenüber. Seine Schrift basiert auf der traditionsgebundenen christlichen Verwerfung der Juden, die Jesus Christus nicht als Gottes Sohn und Erlöser der Welt gelten ließen. Dem nationalsozialistischen Staat gesteht er ausdrücklich das Recht zu, die ’Nürnberger Rassegesetze’ erlassen zu haben. Darin habe sich die Kirche nicht einzumischen. Halfmanns Vorstellung vom Judentum ist religiös fundiert, nicht rassistisch. Daher wurde seine Publikation von der NSDAP auch sofort scharf angegriffen. Eine differenziertere Auseinandersetzung erfolgte durch einen Christen jüdischer Herkunft, dem aus politischen Gründen entlassenen Hamburger Richter Fritz Valentin, der Halfmanns scharfe Grenze zwischen christlich motiviertem Antijudaismus und rassistischem Antisemitismus nicht nachvollziehen kann; die Briefe Valentins werden im Anhang abgedruckt.

Reumann, Klauspeter: Der Altonaer Pastor und Flensburger Propst Karl Hasselmann: Stationen des kirchenpolitischen Wandels (1931 bis 1945). In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 85 - 131.

Dargestellt wird Hasselmanns Kurswechsel vom Kritiker des Nationalsozialismus zum Protagonisten der ’Deutschen Christen’ 1933 und seine erneute Annäherung an die ’Bekennende Kirche’ seit 1939.

Reumann, Klauspeter: Der frühe Kirchenkampf 1933/1934 in den Landgemeinden der schleswigschen Geest. In: Jahrbuch für die Schleswigsche Geest 33 (1985), S. 40 - 54.

Dargestellt wird der Kirchenkampf in den Propsteien Flensburg, Südtondern, Husum-Bredstedt und Schleswig. Die ’Deutschen Christen’ konnten durch Manipulationen die Kirchenwahlen vom Juli 1933 für sich entscheiden. Einer ihrer wichtigsten Protagonisten war der Viöler Pastor Johann Peperkorn, dessen Tätigkeit für die NSDAP umfassend geschildert wird. Dem Machtanspruch der ’Deutschen Christen’ trat gegen Ende des Jahres 1933 die ’Bekenntnisgemeinschaft’ entgegen, der sich auch die Pastoren Jessen (Översee) und Magaard (Wallsbüll) anschlossen. Ende 1934 gehörten in den genannten Propsteien etwa die Hälfte der Pastoren zur ’Bekenntnisgemeinschaft’. Durch gelungene Ausgleichsversuche des Landesbischofs Paulsen verlor der Kirchenkampf seit 1935 an Schärfe.

Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988. (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte: Reihe 1; Bd. 35). 442 S., Ill.

Der Band enthält 14 Aufsätze zur Geschichte der evangelisch-lutherischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins, Lübecks und Eutins im Nationalsozialismus. Die Beiträge sind einzeln aufgenommen worden. Eine Einführung des Herausgebers stellt den Forschungsstand vor und skizziert die Aufgaben zukünftiger Forschung. Hilfreich zur Orientierung ist der Anhang mit Zeittafel, Bibliographie, Orts-, Personen- und Sachregister.

Rietzler, Rudolf: ’Kampf in der Nordmark’: das Aufkommen des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (1919-1928). Neumünster: Wachholtz, 1982. (Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins; 4). 500 S.

Pionierstudie über den Aufstieg der NSDAP in Schleswig-Holstein. Rietzler belegt die Bedeutung der antidemokratischen und antisemitischen Gruppierungen als organisatorischen Wegbereiter für den raschen Erfolg der Nationalsozialisten seit 1928. Die wichtigste Organisation der völkisch-antisemitischen Bewegung nach dem Ersten Weltkrieg war der ’Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund’, der in dem Flensburger Pfarrer Friedrich Andersen einen seiner agilsten Propagandisten fand. Die Kirchenleitung tolerierte die antisemitische Hetze Andersens. Bereits 1925 baute Andersen in Flensburg die NSDAP Ortsgruppe mit auf und wurde ihr Vertreter im Stadtparlament.

Rietzler, Rudolf: Von der ’politischen Neutralität’ zur ’Braunen Synode’: Evangelische Kirche und Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (1930 - 1933). In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 107 (1982), S. 139 - 153.

Zusammenfassende Darstellung über den Weg der schleswig-holsteinischen Pastorenschaft in den Nationalsozialismus. Frühe Anhänger des NSDAP unter den Pastoren waren Friedrich Andersen (Flensburg), Johann Peperkorn (Viöl), Ernst Szymanowski (Kaltenkirchen), die schon vor 1930 Parteimitglieder wurden. Die Richtlinien der Kirchenregierung von 1931, die eine möglichst große Zurückhaltung in politischen Angelegenheiten von den Pastoren forderten, wurden nicht beachtet: die Nationalsozialisten konnten immer mehr Amtsinhaber für sich gewinnen. Eine Gegenbewegung formierte sich um Hans Asmussen (Altona), einem der Initiatoren des ’Altonaer Bekenntnises’ vom Januar 1933. Dominierende Kraft in der Landeskirche aber wurden die ’Deutschen Christen’, die nach den Kirchenwahlen vom Juli 1933 von 79 Synodalen 75 stellten und somit die ’Braune Synode’ im September eindeutig beherrschten.

Romig, Gabriele: Pastor Heinrich Kähler: ein schleswig-holsteinischer Theologe im Spannungsfeld zwischen nationaler und kirchlicher Erneuerung während der Zeit des Ersten Weltkrieges, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Flensburg: Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, 1988. (Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte; Nr. 40). 242 S., Ill.

Umfassende Biographie, auf einer Dissertation der Autorin beruhend. Pastor Heinrich Kähler (1874 - 1941) vertrat einen heimatgebundenen Nationalismus, der antimodernistisch, antidemokratisch, völkisch, jedoch nicht radikal rassistisch war. Im Nationalsozialismus sah er die große Volksbewegung für sein Ideal der Synthese von Christentum und Volkstum, daher schloß er sich den ’Deutschen Christen’ an. Deren antisemitische und rassistische Positionen teilte er jedoch nicht. Die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen ’Deutschen Christen’ und ’Bekennender Kirche’ ließen ihn resignierend erkennen, das es zu einem Aufbruch innerhalb der Kirche nicht kommen würde. Er zog sich aus der Kirchenpolitik zurück und blieb ein in Flensburg hoch geachteter Individualist und Einzelgänger.

Romig, Gabriele: Heinrich Kähler: ein christlich-deutscher, deutsch-christlicher Geistlicher. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 35 - 48.

Heinrich Kähler, Pastor der Nikolaigemeinde in Flensburg, trat 1933 den ’Deutschen Christen’ bei, zog sich aber zunehmend aus den kirchenpolitischen Auseinandersetzungen zurück. Er vertrat national-konservative Auffassungen und hoffte, daß es den ’Deutschen Christen’ gelingen würde, die durch den Nationalsozialismus ausgelöste Volksbewegung in die Kirche zu tragen.

Schotten, Erwin: Rendsburg unter dem Hakenkreuz. Rendsburg: Möller, 1987. 130 S.

Dokumentation des Lebens in einer schleswig-holsteinischen Kleinstadt im Nationalsozialismus mit zahlreichen Zitaten aus den Quellen. Ein Kapitel ist der Judenverfolgung gewidmet.

Schreyer, Alf: Kirche in Stormarn: Geschichte eines Kirchenkreises und seiner Kirchengemeinden. Hamburg: M + K Hansa Verl., 1981. 164 S.

Der Autor berichtet umfassend über die Kirche in Stormarn während des Nationalsozialismus (S. 101 - 111). Im Oktober 1933 wurde der neue Propst Gustav Dührkop in sein Amt eingeführt, einer der führenden Vertreter der ’Deutschen Christen’. Sein kirchenpolitisches Engagement zugunsten des Staates und der NSDAP, von Schreyer belegt durch den Abdruck eines sehr bezeichnenden Briefes an die Pastoren vom Juli 1934, verursachte einer Abwehrhaltung gegen ihn bei zahlreichen Pastoren. 1939 wurde auf sein Betreiben Pastor Bernhard Bothmann (Wandsbek) in den einstweiligen Ruhestand versetzt, da er mit einer Jüdin verheiratet war.

Schulte, Christiane: Kirche und Nationalsozialismus: Vorgeschichte und frühe Phase (1933/34) der kirchenpolitischen Auseinandersetzungen in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins unter besonderer Berücksichtigung der Propstei Oldenburg i. H. Kiel, 1992. 135 S. Kiel, Univ., Staatsexamensarbeit, 1992 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Nach einer ausführlichen Einführung in den Kirchenkampf auf der Ebene der Landeskirche geht die Autorin auf die Verhältnisse in der Propstei Oldenburg ein. Propst Traugott Schulze wurde im Oktober 1933 im Landeskirchenamt von seinem Amt enthoben, weil er politisch nicht zuverlässig im Sinne der ’Deutschen Christen’ erschien: er hatte sich für den bedrängten Pastor Walter Auerbach (Altenkrempe), einem Christ jüdischer Herkunft, eingesetzt. Sein Nachfolger wurde Hugo Bender, ein radikaler Vertreter der ’Deutschen Christen’, der offen für die NSDAP agitierte und als Landesobmann der ’Thüringer Deutschen Christen’ fungierte. In der Propstei Oldenburg stieß er kaum auf Widerstand: 1935 gehörten nur 3 Pastoren der Bekenntnisgemeinschaft an. Nach dem Krieg wurde Bender seiner Ämter enthoben, konnte aber 1949 eine neue Pfarrstelle in der Propstei Segeberg übernehmen.

Siems, Gisela: Hauptpastor Friedrich Andersen: ein Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Stadt Flensburg. [Basedow], 1981. 152 S. Kiel, Päd. Hochschule, Realschullehrerprüfungsarbeit, 1981 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Die Arbeit besteht aus einem Textteil (S. 1 - 68) und einem Dokumentenanhang (S. 69 - 152). Die Autorin beleuchtet ausführlich das deutsch-völkische und antisemitische Gedankengut des Flensburger Pastors sowie seine Rolle bei der Gründung der NSDAP-Ortsgruppe in Flensburg im Jahr 1925. Im Anhang finden sich aufschlußreiche Dokumente, z. B. ein handschriftlicher Bericht Andersens über die Entwicklung der NSDAP in Flensburg aus dem Jahr 1937.

Siems, Gisela: Hauptpastor Friedrich Andersen, Bund für Deutschkirche: ein Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Stadt Flensburg. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 13 - 34.

Friedrich Andersen (1860 - 1940) war einer der wichtigsten Repräsentanten des sogenannten ’Deutschchristentums’, das geprägt war durch radikalen Antisemitismus. Andersen engagierte sich in der ’Deutschkirche’ und saß als Abgeordneter des ’Deutsch-Völkischen Bundes’ im Flensburger Stadtparlament. Er gehörte außerdem zu den Mitbegründern der NSDAP in Flensburg und war als Schulungsleiter für die Partei tätig.

Sörensen, Christian M.: Politische Entwicklung und Aufstieg der NSDAP in den Kreisen Husum und Eiderstedt 1918-1933. Neumünster: Wachholtz, 1995. (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins; Bd. 104). 608 S., Ill.

Der Autor geht in seiner umfassenden Darstellung auch auf die Hinwendung der Pastoren zur nationalen Rechten und zur NSDAP ein. Propst Georg Sieveking gehörte der DNVP an, lehnte aber die NSDAP strikt ab und wurde von deutschchristlichen Kräften aus dem Amt gedrängt und zum 1. Januar 1934 zwangspensioniert. Frühe NSDAP Pastoren waren Szymanowski (Kating, Kaltenkirchen, Propst in Segeberg) und Peperkorn (Viöl). Zahlreiche weitere Pastoren begrüßten politisch den Nationalsozialismus standen kirchlich jedoch auf seiten der ’Bekennenden Kirche’ und in Gegnerschaft zu den ’Deutschen Christen’: um die Jahreswende 1934/35 gehörten von den 19 Pastoren der Propstei Husum-Bredstedt 14 der ’Bekennenden Kirche’ an. In Eiderstedt waren es 4 von 9 Pastoren.

Stadtarchiv Flensburg (Hrsg.): Ausgebürgert. Ausgegrenzt. Ausgesondert: Opfer politischer und rassischer Verfolgung in Flensburg 1933-1945. Flensburg: Stadtarchiv Flensburg, 1998. (Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte; 3). 274 S., Ill.

Sammelband mit Beiträgen zur Ausbürgerung Flensburger Bürger, der Ausgrenzung der dänischen Minderheit, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Flensburg, Opfer der NS-Militärjustiz, strafrechtliche Verfolgung männlicher Homosexueller, Flensburger ’Zigeuner’ in den Jahren 1922 bis 1945, ’Euthanasie’-Opfer und Zwangssterilisierte.

Stadtarchiv Flensburg (Hrsg.): Zwischen Konsens und Kritik: Facetten kulturellen Lebens in Flensburg 1933-1945. Flensburg: Stadtarchiv Flensburg, 1999. (Flensburger Beiträge zur Zeitgeschichte; 4). 377 S., Ill.

Sammelband mit Beiträgen zur Geschichte der Feierkultur, des Ehrenbürgerrechts, der Schule, von Theater und Kino in Flensburg während des Nationalsozialismus. Weitere Beiträge widmen sich dem Tannenbergbund, bürgerlichen Frauenvereinen, der dänischen Minderheit und dem politischen und kulturellen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Steensen, Thomas (Red.): Nationalsozialismus in Nordfriesland: Beiträge von der Fachkonferenz zum 60. Jahrestag der ’Machtergreifung’ in Bredstedt. Bräist/Bredstedt: Nordfriisk Institut, 1993. (Nordfriisk Instituut; Nr. 119). 96 S., Ill.

Aufsatzsammlung mit Beiträgen zum Aufkommen des Nationalsozialismus in Südtondern, den Kreisen Husum und Eiderstedt; über Sylt im Nationalsozialismus; den Zeugen Jehovas in Nordfriesland 1933-1945; der Geschichte des KZ Ladelund und dem Nationalsozialismus in Chroniken aus Nordfriesland.

Stüber, Gabriele: Kirchenarchivalische Überlieferung zur Geschichte des Kirchenkampfes in Lauenburg. In: Jürgensen, Kurt (Hrsg.): Die Kirche im Herzogtum Lauenburg: Beiträge zu ihrer Geschichte und Gegenwart. Neumünster: Wachholtz, 1994 (Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur: Kolloquium; 5), S. 147 - 150.

Knapper Bericht über den Ordnungszustand der Kirchengemeindearchive im Kirchenkreis Herzogtum Lauenburg mit Hinweis auf die unzulängliche Forschungspraxis.

Sutter, Peter (Hrsg.): Der sinkende Petrus: Rickling 1933-1945. Rickling: [Peter Sutter], 1986. 310 S.

Quellensammlung und Darstellung der Geschichte der Ricklinger Anstalten im Nationalsozialismus. Der Autor stellt sehr detailliert dar, in welchem großem Umfang die vom Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein getragenen Anstalten in die Euthanasieverbrechen verstrickt waren. Außerdem wird die Enstellung der Ricklinger Brüderschaft (heute: Diakonen) zum Nationalsozialismus und die Entwicklung des Konzentrationslager Rickling-Kuhlen beschrieben.

Vehse, Joachim G.: Das Jugendpastorat für Schleswig-Holstein und die Auseinandersetzungen um die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitlerjugend 1933/34. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 247 - 306.

Dargestellt wir die Eingliederung der ev. Jugendverbände in die staatlichen Jugendorganisationen (HJ, BDM) unter den Jugendpastoren Wolfgang Prehn und Max Ehmsen; mit Dokumentenanhang.

Vogt, Peter: Die Bekennende Kirche in der Propstei Nordangeln während des Kirchenkampfes 1933 - 1945. Sörup, 1980. IX, 270 S. Kiel, Päd. Hochschule, Realschullehrerprüfungsarbeit, 1980 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Darstellung des Kirchenkampfes in Nordangeln, auf intensiven Archivstudien beruhend. Im Zweiten Teil (S. 98 - 238) werden zahlreiche Dokumente abgedruckt. Es folgen Literaturverzeichnis und Personenregister.

Vogt, Peter: Die Berufung und Amtseinführung von Pastor Rudolf Sohrt in Steinberg, Propstei Nordangeln, durch die Bekenntnisgemeinschaft 1935/36. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 339 - 359.

Dargestellt wird die Auseinandersetzung zwischen dem Landesbruderrat der ’Bekennenden Kirche’ und dem Landeskirchenamt um die Berufung von Rudolf Sohrt nach Steinberg. Der Bekenntnisgemeinschaft gelang es hier zum ersten Mal einen ihrer Kandidaten in das Pastorenamt zu bekommen. Sohrt konnte nur kurz in Steinberg wirken und fiel am 14. Juli 1941 in Rußland.

Völkel, Eduard: Erinnerungen aus meinem Leben. Kiel: Schmidt & Klaunig, [1957]. 89 S. [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Autobiographie des ehemaligen Bischofs von Schleswig (1925 - 1933). Völkel stand den ’Deutschen Christen’ ablehnend gegenüber und wurde daher im September 1933 abgesetzt. Ausführlich schildert er die ’Machtergreifung’ der ’Deutschen Christen’ in Schleswig-Holstein insbesondere die ’Braune Synode’ in Rendsburg vom September 1933. Nach 1945 gehörte Völkel zur ’Vorläufigen Kirchenleitung’ der Landeskirche.

Wattenberg, Hauke: Anticlericus: Friedrich Andersens völkische Theologie im Umbruch der Moderne. Kiel, 1993. 69 S. Leipzig, Univ., Theologische Prüfungsarbeit, 1993 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

1907 erschien Pastor Friedrich Andersens Hauptwerk ’Anticlericus’. Auf 618 Seiten entfaltete er die Geschichte des Juden- und des Christentum: das evangelische Christentum hat das Judentum überwunden und somit erst die ’wahre Religion’ begründet. Das Judentum verknüpft Politik und Religion und wäre von maßloser Herrschsucht geprägt, im Gegensatz zur ’reinen Laienreligion Jesu’. Juden werden von Andersen als geschichtsfälschende Machtpolitiker mit allen denkbar schlechten Charaktereigenschaften dargestellt. Andersen versteht seine antijüdische Position zunächst rein theologisch, den politisch begründeten Antisemitismus lehnt er ab. Nach dem Ersten Weltkrieg ändert sich das: in einer Weiterführung des ’Anticlericus’, unter dem Titel ’Der deutsche Heiland’ 1921 erschienen, wurde der politisch und rassistisch motivierte Antisemitismus zur Grundlage seiner ’deutsch-völkischen’ Theologie. Konsequent suchte der Flensburger Pastor jetzt den Kontakt zu antisemitischen politischen Gruppierungen und wurde zum Mitbegründer der NSDAP-Ortsgruppe in Flensburg.

 

Wolfes, Matthias (Bearb.): Hermann Mulert (1879 - 1950): Lebensbild eines Kieler liberalen Theologen. Mit einem aus dem Nachlaß herausgegebenen Text ’Wie wir wieder ein Volk werden sollen’ von 1945 sowie ausgewählten Texten aus den Jahren 1930 bis 1936. Neumünster: Wachholtz, 2000. (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte: Reihe 2; Bd. 50). 152 S., Ill.

Hermann Mulert gehörte zu den führenden Theologen des liberalen Protestantismus in Deutschland. Nach dem Studium der Theologie und Philisophie war er von 1917 - 1920 außerordentlicher und von 1920 - 1935 ordentlicher Professor für Systematische Theologie an der Universität Kiel. Von 1932 - 1941 gab er die führende christlich-liberale Zeitschrift ’Die christliche Welt’ heraus. Mulert lehnte den Nationalsozialismus und Antisemitismus entschieden ab und beschloß 1935 sich emeritieren zu lassen, um einer Amtsenthebung zuvorzukommen. Der Band enthält neben einer biographischen Würdigung durch den Bearbeiter zahlreiche Veröffentlichungen und einige ungedruckte Briefe. Er wird erschlossen durch ein Personenregister.

Zwicker, Nicole: Zeitverständnis und Politikverständnis in der evangelischen Kirche Schleswig-Holsteins vor 1933. Kiel, 1993. 158 S., Anl. Kiel, Univ., Staatsexamensarbeit, 1993 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Die Autorin analysiert das Politikverständnis der schleswig-holsteinischen Pastorenschaft anhand der systematischen Auswertung von Kirchenzeitungen und einigen Kirchengemeindeblättern. Sie kommt zu dem Ergebnis, daß nahezu die gesamte Pastorenschaft extrem rechts und nationalistisch orientiert war. Eine kleine Gruppe liberaler Demokraten um den Kieler Theologieprofessor Otto Baumgarten war innerhalb der Landeskirche isoliert.

 

 
       

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