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Geschichte und Kirchengeschichte im Nationalsozialismus

in Eutin
 
 

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Fritzenkötter, Hanno: Das theologische Profil des Predigers Wilhelm Kieckbusch: dargestellt an seinen Predigten zu historischen und zeitgeschichtlichen Anlässen. Kiel, 1997. 44 S., 189 S. Anhang. Kiel, Univ., Theologische Prüfungsarbeit, 1997 [Standort: Nordelbisches Kirchenarchiv (Kiel), Bibliothek].

Kritische Biographie des Eutiner Landespropsten (Bischof) Wilhelm Kieckbusch, aus seinem Nachlaß erarbeitet. Die Studie besteht aus 2 Teilen: im ersten wird der berufliche Werdegang geschildert und die ausgewählten Predigten kritisch analysiert, im zweiten Transkriptionen handschriftlicher Predigtmanuskripte abgedruckt. Kieckbusch begrüßte den Nationalsozialismus uneingeschränkt, distanzierte sich aber von den ’Deutschen Christen’ und stand eher der ’Bekennenden Kirche’ nahe, ohne ihr jedoch anzugehören. Sein theologisches Denken wurde zeittypisch beherrscht von den Begriffen ’Volksgemeinschaft’ und Vaterlandsliebe. Das Verhältnis zu den Juden war von traditionellem christlichen Antijudaismus geprägt, rassistischer Antisemitismus war ihm fremd. Für das Schicksal der wenigen Juden in Eutin im Nationalsozialismus scheint er kein Interesse aufgebracht zu haben.

Geelhaar, Tim: Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Eutin im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. In: Schülerprojektgruppe des Carl-Maria-von-Weber-Gymnasiums (Hrsg.): Eutin 1945: Leben im Umbruch. Eutin: Carl-Maria-von-Weber-Gymnasium, 1996, S. 149 - 168.

Die Darstellung beruht neben der gründlichen Auswertung der Forschungsliteratur auf ausgiebigen Aktenstudien und auf Zeitzeugenbefragungen. Im Mittelpunkt steht der Eutiner Landespropst Wilhelm Kieckbusch, der versuchte die kleine Landeskirche aus dem Kirchenkampf herauszuhalten. Kieckbusch war deutsch-national, aber nicht rassistisch-antisemitisch, und kurzzeitig den ’Deutschen Christen’ zugeneigt. Aber er ließ auch Anhänger der ’Bekennenden Kirche’, wie Pfarrer Johannes Lorentzen aus Kiel, in Eutin sprechen. Seine Loyalität zum nationalsozialistischen Staat stand nicht in Frage.

Rönnpag, Otto: Wilhelm Kieckbusch, Landespropst und Bischof der Landeskirche Eutin. In: Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 2; 47 (1996); S. 59 - 76.

Stark hagiographisch gefärbte Biographie des Eutiner Landespropst (seit 1961 Bischof) Wilhelm Kieckbusch (1891 - 1987).

Stokes, Lawrence D.: Kleinstadt und Nationalsozialismus: Ausgewählte Dokumente zur Geschichte von Eutin 1918-1945. Neumünster: Wachholtz, 1984. (Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins; Bd. 82). 1032 S., Ill.

Grundlegende Studie zum Nationalsozialismus in Eutin. Das Buch ist in folgende Kapitel eingeteilt: 1. Der Aufstieg des Nationalsozialismus (1923 - 1932). 2. Das ’Dritte Reich’ wird erprobt (Juni 1932 - Januar 1933). 3. Gleichschaltung und Errichtung der Diktatur (Februar 1933 - Juli 1934). 4. Das Konzentrationslager. 5. Das Schulwesen. 6. Die Kirchen. 7. Die Juden. 8. Anpassung und Verfolgung (1924 - 1945). Bei jedem Kapitel gibt es eine ausführliche Einleitung; die abgedruckten Dokumente werden umfassend erläutert. Erschlossen ist das Werk durch ein Personen,- Orts- und Sachregister.

Stokes, Lawrence D.: Die Eutiner Landeskirche zwischen Novemberrevolution und Nationalsozialismus. In: Reumann, Klauspeter (Hrsg.): Kirche und Nationalsozialismus: Beiträge zur Geschichte des Kirchenkampfes in den evangelischen Landeskirchen Schleswig-Holsteins. Neumünster: Wachholtz, 1988 (Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1; Bd. 35), S. 133 - 151.

Die Eutiner Landeskirche war die zweitkleinste in Deutschland mit nur 15 Pastoren. Sie wurde seit 1930 geführt von dem Landespropst Wilhelm Kieckbusch, der einen gemäßigten kirchenpolitischen Kurs einschlug. Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der ’Deutschen Christen’ und der ’Bekennenden Kirche’ gab es nicht, da kein Eutiner Geistlicher einer der beiden Richtungen angehörte. Kieckbusch übernahm zwar die antisemitischen Gesetze für seine Landeskirche stand aber auch den wenigen Christen jüdischer Herkunft bei.

 
       

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