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Anmerkungen von Stephan Linck zu den Briefen von Pastor Julius Hahn
 

 

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Die Briefe von Julius Hahn an
Heinz Harten 1931-1937, herausgegeben von Konrad Rahe

 

Pastor Julius Hahn (1880-1956) hatte in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts eine nicht unwichtige Rolle in der Hamburgischen Landeskirche. Er war lange Jahre Herausgeber des “Evangelischen Hamburg”, aktiv im Verein zur Judenmission und im Vorstand der Jerusalemgemeinde Hamburg und war im Pfarrernotbund.

In den Jahren 1931-1937 schrieb er zahlreiche Briefe an seinen ehemaligen Vikar Heinz Harten, die einen tagebuchähnlichen Charakter tragen. Hier erfahren wir viel über die Selbstdeutung eines deutsch-nationalen Pastors, der in die Konflikte des Kirchenkampfes während der NS-Zeit eng involviert war. Sein Erleben der Diskussion um das Altonaer Bekenntnis, der Absetzung des Seniors der Hamburgischen Landeskirche Karl Horn und die Wahl Simon Schöffels zum ersten Landesbischof prägen den Inhalt der Briefe in der ersten Jahreshälfte 1933. Die folgenden Auseinandersetzungen bis zum zwangsweisen Rücktritt Schöffels und die Nachfolge Franz Tügels im Amt des Landesbischofs sind ebenso dokumentiert wie die Reflexionen Hahns über die Entwicklung der Deutschen Christen und des NS-Staates insgesamt, das Verhältnis zur Judenmission und der Umgang mit Christen jüdischer Herkunft. Hahns vielfältige Kontakte innerhalb der Hamburgischen Landeskirche u.a. seine Freundschaft zu Franz Tügel machen die Briefe zu einem wichtigen Dokument der kirchlichen Zeitgeschichte.

Da Hahn darüberhinaus detailliert über das Gemeindeleben in seiner Versöhnungs-Kirchengemeinde in Hamburg-Eilbek berichtet, sind die Briefe zusätzlich ein wichtiges Dokument über den kirchlichen Alltag im Hamburg der 1930er Jahre.

Dr. Konrad Rahe, ein Enkel von Julius Hahn, hat mit viel Aufwand und der Unterstützung zahlreicher – vorwiegend kirchlicher – Archive die zahlreichen Andeutungen auf Personen der Zeitgeschichte und (kirchen-)politischen Geschehnisse durch einen umfangreichen Anmerkungsapparat gewissermaßen dechiffriert. Da es für das umfangreiche Manuskript keinen Veröffentlichungsort gab, stellen wir hiermit die Transskription von Hahns Briefen an seinen ehemaligen Vikar Heinz Harten in der Bearbeitung von Konrad Rahe online zur Verfügung.

Kiel, im Dezember 2004, Stephan Linck

 
     

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