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Literatur
 
   

Presseberichterstattung Mümmelmannsberg in Hamburg-Stormarn
 

 

 

 

 

09.02

Stormarnspiegel:
Spurensuche nach jüdischem Leben
 

09.02

Stormarnspiegel:
Rückblick auf die Wanderausstellung „Kirche – Christen – Juden in Nordelbien 1933 – 1945“
 

09.02

Stormarnspiegel:
...und noch einige Sätze aus dem Gemeindebrief der Kg Reinbek-Mitte
 

09.02

Gemeindebrief Reinbek-Mitte:
Ausstellung Kirche – Christen – Juden in Nordelbien 1933 – 1945
 

09.02

Gemeindebrief Reinbek-Mitte:
Aus dem Kirchenvorstand
 

18.06.02

Frankfurter Allgemeine Zeitung:
Gedenkfeier zum 17. Juni
 

18.06.02

Kieler Nachrichten:
Gedenken an Aufstand des 17. Juni
 

18.06.02

Kieler Nachrichten:
Plädoyer für den deutsch-jüdische Dialog
 

13.06.02

Hamburger Wochenblatt:
Kirche, Christen und Juden in Nordelbien 1933-1945
 

01./02.0602

Bergedorfer Zeitung:
Unsere Schuld
 

02.06.02

Nordelbische Kirchenzeitung:
"Mut, sich der Vergangenheit zu stellen"
 

 
   
 
   

Ausstellung Kirche – Christen – Juden in Nordelbien 1933 – 1945

Gemeindebrief Reinbek-Mitte 9/2002

Im Juni war diese Ausstellung in unserem Kirchenkreis im Gemeindezentrum Mümmelmannsberg zu sehen. Im Begleitprogramm gab es verschiedene Vortragsveranstaltungen, davon zwei in Reinbek am 24. und 26. Juni. Vor allem für unsere Kirchengemeinde waren diese Veranstaltungen auch eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, da ein Schwerpunkt der Ausstellung das Schicksal der Reinbeker Familie Goldschmidt war und ein Enkel von Arthur Goldschmidt zu Worte kam. Die Diskussion zu diesem Thema hatte bereits im Februar mit einer Predigt von Pastor Dr. Claussen begonnen, in der das Versagen unserer Kirchengemeinde im Falle Goldschmidt angesprochen wurde.

Die unserer Kirchengemeinde sehr verbundene, in der Kückallee wohnende Familie Goldschmidt jüdischer Abkunft, seit Generationen evangelisch, wurde nach 1933 durch die nationalsozialistische Rassegesetzgebung in eine existenz- und lebensbedrohliche Situation gebracht. Dr. Arthur Goldschmidt, ein angesehener Jurist, wurde 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert, wo er die evangelische Gemeinde gründete. Eine bewegende Schrift von ihm über diese Gemeinde war auf der Ausstellung zu sehen.

Seine Familie fand in unserer Kirchengemeinde weder Rückhalt noch Hilfe, sondern musste Ablehnung und Ausgrenzung erleben. Nur der damalige Bürgermeister Claußen und der Nachbar und Freund Dobberlin haben den Goldschmidts beigestanden.

Die Ausstellung und vor allem der Vortrag des Historikers Dr. Linck vom Nordelbischen Kirchenarchiv am 24. Juni in Reinbek-West belegten in beklemmender Weise das für die meisten von uns nicht gekannte Ausmaß der Verstrickung der evangelischen Kirche in die Rassenideologie des dritten Reiches. Es gab nur sehr wenige warnende Gegenstimmen wie z.B. die von Dietrich Bonhoeffer und die des süddeutschen Bischofs Wurm. Nur so lässt sich heute das Unbegreifliche erklären, dass nach dem Zeugnis der Familie Goldschmidt bereits vor 1938 die beiden Söhne Arthur Goldschmidts wegen ihrer jüdischen Herkunft vom Kindergottesdienst bzw. Konfirmandenunterricht ausgeschlossen wurden, und sich der damalige Gemeindepastor weigert, Arthur Goldschmidts verstorbene Ehefrau Kitty im Juni 1942 zu beerdigen.

Auch nach dem Kriege hat offensichtlich unserer Kirchengemeinde nicht versucht, in einen Dialog mit Arthur Goldschmidt über diese Geschehnisse einzutreten. Ein Grund dafür mögen auch die großen Veränderungen in der Bevölkerung Reinbeks nach dem 2. Weltkrieg gewesen sein, so dass der Fall Goldschmidt erst einmal in Vergessenheit geriet.

Höhepunkt für unsere Gemeinde war der Vortragsabend am 26. Juni in unserem Gemeindesaal. Ein Enkel von Arthur Goldschmidt, Dr. Detlev Landgrebe, sprach über das Thema „Eine Kindheit in Reinbek im Schatten der Judenverfolgung“. In einer eindringlichen und klaren Sprache und mit großer Sachlichkeit schilderte er seine persönlichen Reinbeker Kindheitserinnerungen und stellte sie in die geschichtlichen Zusammenhänge der damaligen Zeit. Es war bedrückend zu hören, wie er als Kind die Demütigungen der Familie Golschmidt erlebt hat. Gerade diese Sachlichkeit bewegte und überzeugte und half, auch unbequeme und bittere Wahrheiten zu akzeptieren. Dieser Abend war eine wirkliche Sternstunde, und ich hoffe, dass er auch für die Familie Goldschmidt ein versöhnliches Zeichen gesetzt hat.

Martin Böckenhauer

 
 
 
   
 
   

Aus dem Kirchenvorstand

Gemeindebrief Reinbek-Mitte 9/2002

Auf seiner Klausurtagung am 16./17. August hat der Kirchenvorstand darüber beraten, was die Ausstellung Kirche – Christen – Juden für uns in Reinbek bedeutet, und folgende Erklärung verabschiedet:

Angestoßen durch die Ausstellung „Kirche – Christen – Juden in Nordelbien 1933 – 1945“ ist dem Kirchenvorstand bewusst geworden, dass die Zeit des Nationalsozialismus in der Erinnerung unserer Gemeinde weitgehend verdrängt worden ist. So hat diese Zeit zum Beispiel keinen Eingang in unsere Festschrift gefunden. Der Kirchenvorstand bedauert dies zutiefst.

Der Vortag von Dr. Detlev Landgrebe, einem Enkel von Arthur Goldschmidt, am 26. Juni 2002 in unserer Gemeinde hat uns bewusst gemacht, dass die Gemeinschaft der evangelischen Christen in Reinbek in jener Zeit versagt hat, indem sie getaufte Christen aus der Gemeinde ausschloss.

Wir sind entsetzt darüber, wie selbstverständliche in jener Zeit sogenannte Rassegesetze von der Kirche und der Gemeinde über die in der Taufe begründete Gemeindemitgliedschaft gesetzt wurden. Dies führte zum Beispiel bei Frau Katharina Goldschmidt dazu, dass ihr vom Gemeindepastor die Beerdigung versagt wurde.

Wir bedauern, dass die Gemeinde sich nicht schützend vor ihre bedrängten Gemeindemitglieder gestellt hat.

Wir sind beschämt darüber, dass es in der Zeit nach 1945 weder ein bewusstes Erinnern noch den Versuch der Aufarbeitung gegeben hat.

Wir wollen in der Zukunft wachsam sein und dem Wort des Evangeliums mehr Gewicht schenken als politischem oder weltanschaulichem Denken. Wir hoffen, dass die einsetzende Erinnerung uns dabei hilft.

Es soll gelten: „Hier ist nicht Juda noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus“ (Galater 3,28).

 
 
 
   
 
   

Gedenken an Aufstand des 17. Juni

Mit freundlicher Genehmigung der Kieler Nachrichten

18.06.2002

Bundesinnenminister Otto Schily hat gestern an der Gedenkstätte des Arbeiteraufstandes am 17. Juni 1953 auf dem Friedhof Berlin-Wedding einen Kranz niedergelegt. Während einer Feierstunde gedachten Teilnehmer am Aufstand, Hinterbliebene und Vertreter der Bundesregierung der Opfer des Volksaufstandes, der vor 49 Jahren mit russischen Panzern niedergeschlagen wurde. Schily würdigte den Aufstand als Vorbeben für die politische Wende in der DDR.

 
 
 
   
 
   

Plädoyer für den deutsch-jüdische Dialog

Mit freundlicher Genehmigung der Kieler Nachrichten

18.06.2002

Kiel (dube). „In Deutschland ist wieder ein wachsender Antisemitismus zu beobachten“, warnt Bernd Gaertner. Das sei gerade durch den jüngsten Streit um Möllemann deutlich geworden. Der katholische Theologe aus Kiel will diese Entwicklung nicht hinnehmen und setzt sich in der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Schleswig-Holstein“ für den Dialog zwischen den zwei Religionen ein. Die Gesellschaft, deren Vorsitzender Gaertner ist, feiert heute mit einer Festveranstaltung ihr 40-jähriges Bestehen.

Der Verein hat etwa 70 Mitglieder – Katholiken, Lutheraner und Juden. „Wir wollen jüdische Themen ins Gespräch bringen und über jüdisches Leben informieren“, so Gaertner. Dazu organisiert die Gesellschaft zum Beispiel Ausstellungen oder Konzerte, beteiligt sich an Aktionen.

Die jüdische Gemeinschaft zwischen Nord- und Ostsee zählt etwa 2000 Mitglieder, allein in Kiel leben knapp 400 Juden. Die meisten von ihnen sind in den 90er-Jahren aus Osteuropa eingewandert: „Die Integration der jüdischen Emigranten ist einer der Schwerpunkte unserer Arbeit“, berichtet Bernd Gaertner. So finanziert die Gesellschaft beispielsweise Deutschkurse.

Im Februar unterstützte die engagierte Gemeinschaft zudem die Ausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-45“, die sich kritisch mit der Rollen der Kirchen in der Nazi-Zeit auseinandersetzt. Auch förderte die christlich-jüdische Gesellschaft Theaterprojekte mit Bezug zur jüdischen Geschichte in Deutschland.

Die Leiterin des jüdischen Gemeindezentrums in der Landeshauptstadt, Viktoria Ladyshenski, ist ebenfalls Mitglied der Gesellschaft. Auch sie hat die Befürchtung, dass das gesellschaftliche Klima gegemüber Juden in Deutschland frostiger wird. Viktoria Ladyshenski betont: „Es gibt nur einen Weg: Juden und Nicht-Juden müssen einander besser kennen- und respektieren lernen. Je mehr jeder übe den anderen weiß, desto besser wird das Zusammenleben klappen.“ Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit leistet auf diesem Gebiet einen unschätzbar wichtigen Beitrag.

 
 
 
   
 
Mümmelmannsberg
Ausstellung "Kirche, Christen, Juden in Nordelbien"
 
 
 

"Mut, sich der Vergangenheit zu stellen"

Nordelbische Kirchenzeitung, 02.06.2002

Mit freundlicher Genehmigung der "Die Nordelbische"

Hamburg – Große Aufmerksamkeit und Anerkennung für den Mut der Nordelbischen Kirche, eine solche Präsentation erarbeiten zu lassen, findet die Wanderausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“. Vom 7. Juni an ist sie im Gemeindezentrum Mümmelmannsberg (Havighorster Redder) zu besichtigen.

Bei der Eröffnung am 7.6. um 20 Uhr geben Billstedts Ortsamtsleiter Schiedeck, Propst Bohl vom Kirchkreis Stormarn und die Kirchenarchivaren Annette Göhres und Stephan Linck Einführungen in die Thematik.

Bis zum 30. Juni gibt es begleitend zur Ausstellung eine Reihe von Gottesdiensten und Veranstaltungen:

9.6.: 10 Uhr Gottesdienst „Die Väter haben saure Trauben gegessen...“ (Pastorin Lehmann-Fahrenkrug).

10.6.: 20 Uhr jüdische und christliche Texte aus Ghettos und Konzentrationslagern (Michael Holl und musikalische Beiträge).

11.6.: 19 Uhr besonders für Jugendliche der Film „Die Welle“, mit Einführung.

12.6.: 19:30 Uhr Zeitzeugenbericht eines Kirchsteinbeker Juden über seinen Aufenthalt in Neuengamme und Auschwitz.

16.6.: 10 Uhr Gottesdienst „Erinnern ist das Geheimnis der Erlösung“ (Pastorin Friederike Waack).

17.6.: 20 Uhr, Die Zeit des Nationalsozialismus im Spiegel des Kirchsteinbeker Archivs (Pastor Michael Ostendorf).

19.6.: 20 Uhr Eine Familiengeschichte: „Jüdische“ Christen in Reinbek 1933-45 (Detlef Landgrebe).

28.6.: 10 Uhr Gottesdienst „Jüdischer Glaube – christlicher Glaube“ (Pastor Christoph Touché).

Am 24. und 26. Juni gibt es auch in Reinbek Veranstaltungen zum Thema.

30.6.: 10 Uhr Abschluss-Gottesdienst „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ (Pastor Michael Ostendorf).

 
 
 
   
 
     

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