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Kontroverse

28.07.2003

H-Soz-u-Kult:
3. U. Schmidt: Antwort auf die Erwiderung
 

28.07.2003

H-Soz-u-Kult:
2. W. Grünberg & S. v. Kortzfleisch: Eine notwendige Erwiderung
 

28.05.2003

H-Soz-u-Kult:
1.: U. Schmidt: Rezension: Kirche im Nationalsozialismus
 


19.10.2003

Nordelbische Kirchenzeitung:
Dunkles Kapitel der Geschichte
 

10.2003

Elmshorner GegenSätze:
„Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933 – 1945“
 

09.2003

Grenzfriedenshefte:
Als Jesus „arisch“ wurde. Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945
 

09.10.2003

Husumer Nachrichten:
Die Kirche und das Bekenntnis zur eigenen Rolle im Dritten Reich
 

24.09.2003

en-online:
Lieder und Tänze der Juden
 

 
   
 

Ausstellung über das Verhältnis von Christen und Juden im Nationalsozialismus

 

Dunkles Kapitel der Geschichte

Nordelbische Kirchenzeitung 19.10.03

Mit freundlicher Genehmigung der "Die Nordelbische"

Husum – Das Verhältnis von Christen und Juden in Schleswig-Holstein und Hamburg während des Nationalsozialismus beleuchtet eine Wanderausstellung, die noch bis zum 6. November täglich von 10 bis 18 Uhr in der Husumer Marienkirche zu sehen ist. Begleitend sind zahlreiche Veranstaltungen zum Thema geplant. Führungen durch die Ausstellung werden donnerstags um 10:30 Uhr im Anschluss an die Marktandacht sowie nach Vereinbarung angeboten.

Die Jahre 1933 bis 1938 waren gekennzeichnet von zunehmender Ausgrenzung und Entrechtung der jüdischen Minderheit in Deutschland. Gleichzeitig fand der Kirchenkampf statt. Anfängliche Versuche der kirchlichen Minderheit, gegen „Ariernachweis“ Stellung zu beziehen und sie – zumindest für die Kirche – auszuschließen, wurden schwächer. Auf Unterstützung konnten Juden – auch von Seiten der Bekennenden Kirche – immer weniger hoffen.

Nach der Reichspogromnacht gab es kaum noch Gegner der Judenverfolgung. Die außenpolitischen Erfolge des NS-Staates vor Beginn des Zweiten Weltkrieges und die ersten Kriegserfolge vereinigten die „Volksgemeinschaft“ hinter Adolf Hitler. Die Mehrheit der Kirche unterstützte die Verfolgung der Juden. Als 1941 die Deportationen die Ermordung der deutschen Juden einläuteten, schlossen viele Landeskirchen ihre „nichtarischen“ Glieder aus. Die mahnenden Stimmen verstummten.

Die Wanderausstellung ist das Ergebnis eines Quellen- und Forschungsprojektes, das seit 1998 unter der Leitung des Nordelbischen Kirchenarchivs durchgeführt wird. Der Historiker Stephan Linck wurde mit der wissenschaftlichen Quellenrecherche und der Ausstellungskonzeption beauftragt. In der Ausstellung werden ausgewählte Ergebnisse und Fragestellungen vorgestellt. Nach der Erst-Präsentation in Rendsburg im September 2001 wandert sie vorerst für drei Jahre durch Kirchen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Zuletzt war sie in Blankenese, Südtondern und Elmshorn zu sehen.

In Husum wird Dr. Linck am 24. Oktober um 20 Uhr in der Marienkirche über den „Antisemitismus in der schleswig-holsteinischen Landeskirche“ sprechen. Am 31. Oktober hält der Propst des Kirchenkreises Husum-Bredstedt, Dr. Helmut Edelmann, am selben Ort ebenfalls ab 20 Uhr einen Vortrag über „Luther und die Juden“.

Die Abschluss-Veranstaltung findet am 9. November ab 16 Uhr im Maximilian-Kolbe-Haus in der Woldsenstraße statt. Als Gastredner ist Propst i.R. Jörgen Sonntag aus Preetz eingeladen. Es wird die Vorgeschichte und Wirkung der Nordelbischen Synoden-Erklärung „Christen und Juden“ vom 22. September 2001 erläutern.

Bei einer Gesprächsreihe in der Altenbegegnungsstätte in der Norderstraße 2 geht es am Montag, 20. Oktober um „Christen und Juden bei Paulus“, eine Woche später um „Christen und Juden bei Matthäus“ und am Montag, 3. November, schließlich um „Christen und Juden bei Johannes“. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Weitere Informationen über die Ausstellung gibt es im Internet unter www.kirche-christen-juden.de oder bei Pastor Ernst Otto Hansen, Telefon 04841/63930. Eine Sammlung von Materialien sind außerdem als Buch mit dem Titel „Als Jesus ‚arisch’ wurde“ in der Edition Temman, Bremen, erschienen. Es wurde herausgegeben von Annette Göhres, Stephan Linck und Joachim Liß-Walther, umfasst 280 Seiten und kostet 12,90 Euro.

 
 
 
   
 
   

Als Jesus „arisch“ wurde. Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945

ANNETTE GÖHRES/ STEPHAN LINCK/ JOACHIM LISS-WALTHER

Grenzfriedenshefte Heft 3 S. 225-227, September 2003

Mit freundlicher Genehmigung des Grenzfriedensbundes

Bremen: Edition Temmen 2003, 280 S. mit zahlreichen Abb., 12,90 Euro.

„Wir erkennen: Wir haben geirrt.“ Dieser Schulderklärung der nordelbischen Kirche mit Blick auf das Verhalten ihrer Vorgängerkirchen gegenüber jüdischen Bürgern während des zwölfjährigen Terrorregimes der Nationalsozialisten in Deutschland nimmt sich eine mutige, der Aufklärung verpflichtete Wanderausstellung an, die die Irrwege der evangelisch-lutherischen Kirche und deren Verstrickung in die NS-Politik der Ausgrenzung und Verfolgung faktenreich dokumentiert.

Historische Wahrheit ist: Die Kirche hatte sich in weiten Teilen in den Dienst der nationalsozialistischen Machthaber gestellt. So gehörten Kirchenmänner zu den Vorkämpfern und Wegbereitern des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein und zu den Protagonisten des Judenhasses. Mit der Ausstellung „Kirche, Christen, Juden 1933-1945“ will die nordelbische Kirche die öffentliche Beschäftigung mit diesem dunklen Kapitel der Kirchengeschichte auf eine wissenschaftlich fundierte Basis stellen und eine breitangelegte Diskussion und ergänzende Initiativen in den Gemeinden anregen. In Kiel hat die Wanderausstellung, die seit dem Herbst 2001 bisher in 18 Kirchenkreisen gezeigt wurde und bereits bis zum Oktober 2004 ausgebucht ist, zu einer bemerkenswerten Buchveröffentlichung geführt.

Präsentiert wurde die Publikation, die die Texte der Ausstellung, Erklärungen der Synode zur Aufhebung antijüdischer Kirchengesetze, sowie die Vorträge und geistlichen Ansprachen aus dem umfangreichen, lokalen Begleitprogramm dokumentiert, an jenem Tag, an dem vor 61 Jahren vom Landeskirchenamt in Kiel ein von rassistischem Antisemitismus geprägter Erlass veröffentlicht wurde. „Durch die christliche Taufe wird an der rassischen Eigenart des Juden, seiner Volkszugehörigkeit und seinem biologischen Sein nichts geändert“, heißt es in diesem unsäglichen Papier. Und: „Eine deutsche evangelische Kirche hat das religiöse Leben deutscher Volksgenossen zu pflegen und zu fördern. Rassejüdische Christen haben in ihr keinen Raum und kein Recht.“

„Als Jesus „arisch“ wurde“ lautet denn auch der bewußt provozierende Titel des Buches, das Dr. Annette Göhres, Leiterin des Nordelbischen Kirchenarchivs in Kiel, Dr. Stephan Linck als Historiker verantwortlich für die inhaltliche Konzeption der Wanderausstellung, und Joachim Liß-Walther, Pastor an der Kieler Ansgarkirche, als gemeinsame Herausgeber vorgelegt haben. In dem 280 Seiten umfassenden Gemeinschaftswerk von insgesamt zehn Autoren gibt Linck einen Einblick in den Antisemitismus der schleswig-holsteinischen Landeskirche und stellt in diesem Zusammenhang drei Pastoren vor, die als scharfe Judenfeinde von sich Reden machten. Neben der Karriere des völkischen Vordenkers Friedrich Andersen, der von 1899 bis 1928 als Hauptpastor an der St.-Johannis-Kirche in Flensburg amtierte und in weiten Kreisen der Bevölkerung die NS-Ideologie hoffähig machte, zeichnet er auch die Lebenswege von Johannes Peperkorn aus Viöl – später Kreisleiter und Propagandist in Diensten der NSDAP – und von dem 1948 in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilten Ernst Szymanowski alias Ernst Biberstein aus Kaltenkirchen nach. Alle drei verband ein zunächst religiös, dann rassistisch begründeter Antisemitismus. Bei Szymanowski/Biberstein führte der Judenhass bis zur Beteiligung am Mord von 2000 bis 3000 Juden in der Ukraine. Den radikalsten Ausprägungen des kirchlichen Antisemitismus widmet sich der Historiker Hansjörg Buss in seinem Beitrag „Entjudung der Kirche“, einer Frage, mit der sich ein spezielles Institut beschäftigte. Damit wollte die Kirche ihren Beitrag zum nationalsozialistischen „Weltkampf gegen das Judentum“ leisten. Der Kirchenhistoriker Dr. Hanspeter Reumann untersucht die 1936 veröffentlichte, 17 Seiten umfassende Schrift „Die Kirche und die Juden“, in der der Flensburger Pastor Wilhelm Halfmann das Judentum „als Zersetzungsstoff für die christlichen Völker“ brandmarkt. Halfmann, ein führender Kopf der Bekennenden Kirche, rechtfertigte grundsätzlich die staatliche Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik gegenüber den Juden, kritisierte aber auch vorsichtig den völkisch und rassistisch begründeten Antisemitismus der Nationalsozialisten. Diese zwiespältige Veröffentlichung sei – so Reumanns Bewertung – aus der Defensive heraus entstanden, da die Weltanschauungskräfte der NSDAP permanent den Vorwurf von der „Verjudung“ der Kirche erhoben hätten.

Wie die hilflosen Opfer – die jüdischen Kinder – unter der antisemitischen Hetze zu leiden hatten, schildert die Historikerin Dr. Bettina Goldberg an Hand von Zeitzeugenberichten in eindringlicher Weise. Joachim Liß-Walther setzt sich mit den Wunden und dem Verbindenden im Verhältnis zwischen Christen und Juden, Kirche und Israel auseinander und bekennt: „Ich glaube an Gott, den Gott Israels.“

Dieses beeindruckende Buch entstand zwar aus dem örtlichen Begleitprogramm während der Präsentation der Ausstellung in Kiel, es sollte aber den weiteren Weg der Wanderausstellung durch die norddeutschen Kirchen begleiten. Denn als eigenständiges Werk ergänzt und vertieft es das dort vorgestellte Material in hervorragender Weise.

Bernd Philipsen

 
 
 
   
 

Freitag kommt die Gruppe Hopkele in die Stiftskirche

 

Lieder und Tänze der Juden

Mit freundlicher Genehmigung der "Elmshorner Nachrichten"
vom 24.09.2003

Elmshorn. Die Gruppe Hopkele kommt nach Elmshorn. Am Freitag, 26. September, werden die fünf Musiker Lieder und Tänze der Juden Osteuropas aufführen. Ihre fröhlich, melancholische Musik ist der letzte Vortrag im Rahmen des Programmes zur Aufstellung "Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933 bis 1945", die zurzeit in der Stiftskirche zu sehen ist. Die Musiker, die aus der Ukraine und Deutschland stammen, spielen ab 20 Uhr. Wegen der Ausstellung ist die Anzahl der Sitzplätze in der Stiftskirche derzeit begrenzter. Monika Tschamper hat schon einige Male in Elmshorn gesungen. Diesmal kommt sie zusammen mit Alec Sloutski, der Giora Feidmann auf seiner Geige begleitet hat. In der Gruppe Hopkele spielt Petra Ritschel die Klarinette, die sie auch schon in anderen Klezmer-Ensembles und an einem Jiddisch-Festival in Jerusalem gespielt hat. Efim Kofman stammt aus einer alten Klezmerdynastie in Georgien und spielt nun auch in dieser Gruppe mit seinem Akkordeon. Abgerundet wird der Klang durch den Kontrabass, den Guido Jäger schon in vielen Ländern gespielt hat. Ursprünglich wurde Klezmer-Musik zu jüdischen Festen in der Gemeinde und den Familien gespielt. Nun erklingt sie in der Stiftskirche. Der Eintritt kostet sechs Euro.

24.09.2003 - 17:28:17 – fm

 
 
 

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