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Pressearchiv und
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Literatur
 
   

Presseberichterstattung Plön
 

 

 

 

17.06.2003

Ostholsteiner Zeitung:
"Die verborgende Verfolgung"
 

06.06.2003

VVN Schleswig-Holstein:
„Kirche, Christen und Juden in der Zeit 1933-1945"
 

02.06.2003

Kieler Nachrichten:
„Die Kirche und der Holocaust“
 

01.06.2003

Nordelbische Kirchenzeitung:
Nicht entschuldbar
 

01.06.2003

Nordelbische Kirchenzeitung:
„Kirche, Christen, Juden in Nordelbien“
 

28.05.2003

Schaufenster Plön – Lütjenburg:
Von guten und schlechten Menschen
 

26.05.2003

Ostholsteiner Zeitung:
Kirche erkennt Mitschuld
 

26.05.2003

Ostholsteiner Zeitung:
Ausstellung „Kirche, Christen, Juden“ macht Station in Plön
 

23.05.2003

Ostholsteiner Zeitung:
Heikle Früchte der Recherche
 

23.05.2003

Ostholsteiner Anzeiger:
"Lokales Fenster" geöffnet
 

11.04.2003

Holsteinischer Courier:
1220 Besucher in vier Wochen
 

 
   
 
   

"Die verborgene Verfolgung"

Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung

vom 17.06.03

Plön - Als letzter Begleitvortrag zur Ausstellung "Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945" steht in der Nikolaikirche am Plöner Markt Dienstag, 17. Juni das Thema "Die verborgene Verfolgung" auf der Tagesordnung.Gemeint ist damit, dass sich der Rassismus und die Missachtung von Menschenwürde und Menschenrechten oft schon aus der Tatsache ergaben, dass die Opfer jüdischer Abstammung waren. Alle Interessierten sind um 19:30 Uhr in der Kirche willkommen, um Pastor Walter Knocke (Oldenburg) als Referenten zu diesem Thema zu hören. Die Ausstellung selber läuft noch bis Sonntag, 22. Juni (täglich 10:30 bis 12:30 und 14:30 bis 17 Uhr).
KK

 
 
 
   
 
   

„Kirche, Christen und Juden in der Zeit 1933-1945"

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Landesverband Schleswig-Holstein
vom 06.06.03

„Kirche, Christen und Juden in der Zeit 1933-1945" so nennt sich die Ausstellung, die von Ende Januar bis Mitte Februar in der Eutiner Michaeliskirche gezeigt wurde.

Der Historiker Dr. Stephan Linck warnte auf der Eröffnungsveranstaltung vor der Einschätzung, dass die Zustimmung von kirchlichen Vertretern zur Politik der Nazis erzwungen worden sei oder wie eine Jugendsünde gewertet werden könne Schon Jahre vor der Machtübertragung an Hitler hätten die Nazis ihre Politik den Juden gegenüber offen dagelegt. Die Wanderausstellung sei das Ergebnis eines begonnenen, aber längst noch nicht abgeschlossenen Forschungsprojektes über die Mitschuld am millionenfachen Mord durch aktive Hilfe und Schweigen, wie sie die Nordelbische Kirche in ihrem Schuldbekenntnis eingestanden habe. .

In einem der Begleitprogramme hielt der Kieler Historiker Hansjörg Buss einen Vortrag über das Wirken des ehemaligen Propsten und Bischofs Wilhelm Kieckbusch, der von 1930 bis 1976 die Landeskirche Eutin prägte. „Politisch tendierte er zur deutschnationalen Rechten," führte Dr. Linck aus. In Predigten wandte er sich gegen das „Versailler Diktat" und die „Kriegsschuldlüge" , innenpolitisch beklagte er die politische Zerrissenheit des deutschen Volkes und trat für die Aufrechterhaltung von „Sitte, Moral und Ordnung" ein. Sofort übernahm er im September 1933 die „Arierparagraphen" und stimmte der staatlichen Ausgrenzung der deutschen Juden zu. Nach 1945 lehnte er eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ebenso ab wie die Schulderklärung der Kirche. „Mit dieser Haltung entsprach er der überwiegenden Meinung der ostholsteinischen Bevölkerung" urteilte Dr. Buss

Auch der Geistliche Joachim Hossenfelder gehörte zu den führenden Mitgliedern der „Deutschen Christen". Bereits 1929 war er der NSDAP beigetreten und maßgeblich an deren Richtlinien beteiligt. Als er sich 1953 um eine Pfarrstelle in der Eutiner Landeskirche bewarb, setzte sich Kieckbusch tatkräftig für ihn ein. 1954/55 erhielt er eine Pfarrstelle in Ratekau und blieb dort bis 1970.

Ähnlich verhielt es sich mit dem Präsidenten der Thüringischen Landeskirche, Hugo Rönck, der während der Nazizeit treu zur faschistischen Ideologie und seiner Rassenlehre stand. Auch er erhielt 1947 unter Kieckbusch eine Pfarrstelle in Eutin.

„Auch in anderen Landeskirchen kamen nach dem Krieg wieder Theologen ins Amt, die sich aktiv in den Dienst der nationalsozialistischen Ausgrenzung- und Vernichtungspolitik gestellt hatten," führte Dr. Buss aus, „das Besondere an der Landeskirche Eutin war jedoch, dass dies in vollkommener Kenntnis der Kirchenleitung und der Öffentlichkeit vollzogen und von diesen überwiegend positiv bewertet wurden. Kirchenintern war man sich einig, dass doch mal ein Schlussstrich gezogen werden müsse".

„Vom Umgang mit der Schuld" war das Thema der Begleitveranstaltung in Neumünster. Der Historiker Stephan Linck zeigte am Beispiel des Neumünsteraners Ernst Szymanowski ,wie auch in dieser Stadt keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen , sondern im Gegenteil wissentlich unterdrückt wurden. Propst Ernst Szymanowski oder Biberstein, wie er sich ab 1941 nannte, weil ihm sein Name zu undeutsch klang, verkündete die Naziideologie von der Kanzel herab. Das aber genügte ihm nicht: er ließ sich zum SD- und Gestapochef ernennen und war für Verbrechen in der Ukraine verantwortlich. Im Nürnberger Einsatzgruppenprozess wurde er zum Tode verurteilt, wurde aber 1957 begnadigt. Szymanowski, der nach wie vor die Kriegsverbrechen leugnete und keine Reue zeigte, hatte in dem Neumünsteraner Propsten Richard Steffen einen Fürsprecher, der selbst aktiver Nazi gewesen war. Die schleswig-holsteinische Landeskirche breitete den Mantel des Schweigens über ihre belasteten Pastoren – hier in Ostholstein wie auch anderswo. Es ist kein Geheimnis, dass die Entnazifizierung in Schleswig-Holstein eine Farce genannt werden kann. Die Aufarbeitung in der Nordelbischen Kirche ist ein längst überfälliger Versuch, die Vergangenheit aufzuhellen..

Es ist zu begrüßen, dass die Wanderausstellung „Kirche, Christen und Juden in der Kirche " neben der sogen. Wehrmachtsausstellung hier in Neumünster gezeigt wird.
Marianne Wilke

 
 
 
   
 
   

„Die Kirche und der Holocaust“

Mit freundlicher Genehmigung der Kieler Nachrichten

vom 2.Juni 2003

Plön – Als weitere Begleitveranstaltung zur Ausstellung des Nordelbischen Kirchenarchivs über „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“ wird am Dienstag, 3.Juni, in der Nikolaikirche in Plön zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Historiker eingeladen, der inhaltlich für die Dokumentation verantwortlich war: Dr. Stephan Linck aus Kiel. Sein Thema lautet ab 19.30 Uhr in der Kirche „Die evangelische Kirche und der Holocaust“. Die Ausstellung ist noch bis 22.Juni täglich 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr zu besichtigen (Eintritt frei).
KK

 
 
 
   
 
   

Nicht entschuldbar

Nordelbische Kirchenzeitung vom 1.Juni 2003
Zu NEZ Nr. 16/03: „Kirche nur für Arier“

Mit freundlicher Genehmigung der "Die Nordelbische"

Ganz klar vorweg: Was am 7.April 1933 mit dem „Gesetz für Wiederherstellung des deutschen Beamtentums“ geschah, ist nicht entschuldbar! Wer immer diesen Satz lesen wird, möge bedenken, dass ich nach einer emotionslosen Formulierung suchte. Was mir aber bei der Darstellung von Dietmar Kehlbreier nicht gefällt, ist die zu sehr vereinfachende Darstellung des Themas:

a) z.B.: „Reichsbischof“ Müller fand nicht überall anklang
b) zum Text: „Die Kirchenwahlen“ fanden im wesentlichen in der Kirche der Altpreußischen Union“ statt, niemals in Schleswig-Holstein. Ob in anderen Landeskirchen, weiß ich nicht.

Wer über Zeitgeschichte nach 1933 Probleme der Kirchengeschichte mit in seine Darstellungen einbezieht, ,möge bedenken, dass dabei „Berlin“ noch lange nicht „Deutschland“ war. Doch ich will gerne – leider (!) mit bedenken, dass in Schleswig-Holstein die DC auch sehr viel Macht erworben hatten, was die Wanderausstellung „Juden und Christen“ demonstriert.
Johannes Carl Hahn, Husum

 
 
 
   
 
   

„Kirche, Christen, Juden in Nordelbien“

Nordelbische Kirchenzeitung vom 1.Juni 2003

Mit freundlicher Genehmigung der "Die Nordelbische"

Plön – Als Ausstellung des Kirchenkreises Plön gastiert die Wanderausstellung: Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945, noch bis zum 22.Juni in der Plöner Nikolaikirche. Die Ausstellung will in den kommenden Wochen die Erinnerung an einen schwierigen Zeitabschnitt wach halten und Einzelnen und besuchenden Gruppen eine Meinungsbildung erleichtern. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr, Führungen nach Vereinbarung.

Folgende Vorträge begleiten die Ausstellung: 3.Juni, 19.30 Uhr, Dr. Stephan Linck: „Die evangelische Kirche und der Holocaust“; 10.Juni, 19.30 Uhr, Pastorin Hanna Lehming: „Die Bibel zwischen Christen- und Judentum“; 17.Juni, 19.30 Uhr, Pastor Wilhelm Knoke: „Die verborgene Verfolgung – Jüdische Abstammung als Makel“.

 
 
 
   
 
   

Ausstellung „Kirche, Christen, Juden“ macht Station in Plön

Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung

vom 26.Mai 2003

Plön – In der Nikolaikirche am Plöner Markt macht seit gestern die Wanderausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“ Station. Die bis zum 22.Juni bei täglichen Öffnungszeiten von 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr zu besichtigende Dokumentation, getragen vom Nordelbischen Kirchenarchiv (Kiel), wird inhaltlich ergänzt und begleitet von mehreren Vorträgen.

Zum Auftakt spricht der frühere Propst des Kirchenkreises Plön, Jörgen Sontag, am morgigen Dienstag, 27.Mai, ab 19.30Uhr in der Nikolaikirche über „Die mühsamen Schritte der evangelischen Kirche zur Anerkennung ihrer Mitschuld an der Judenverfolgung“.

 
 
 
   
 

Ausstellung über Judenverfolgung

 

Kirche erkennt Mitschuld

Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung

vom 26.Mai 2003

Plön – Lange, viel zu lange hat es gedauert, bis die evangelische Kirche in Deutschland ihre Mitschuld an der Judenverfolgung während der Terrorjahre des NS-Regimes offiziell anerkannte; in Form der Wanderausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“ liegt dieses Eingeständnis jetzt erstmals auch in der Plöner Nikolaikirche sicht- und nachvollziehbar vor.

Die vom Nordelbischen Kirchenarchiv (Kiel) getragene Ausstellung, die unter anderem schon in Eutin breite Beachtung fand, kann seit gestern bis zum 22.Juni täglich von 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr besichtigt werden (Führungen nach Vereinbarung über das Plöner Kirchenbüro, Telefon 04522 / 2235). Auslöser für diese allein schon wegen der verstreuten Quellenlage höchst arbeitsaufwändigen Dokumentation war die Schulderklärung, die die nordelbische Synode zum 60. Jahrestag der „Reichspogromnacht“ vom 9.November 1938 abgegeben hatte; also immerhin 53 Jahre nach dem Untergang des Hitler-Deutschlands. Anhand von historischen Daten und der Vorstellung verschiedener Persönlichkeitsporträts macht die Ausstellung die Verquickungen und tendenziellen Übereinstimmungen des NS-Rassismus mit Teilen der damaligen Kirche deutlich. Die Plöner Pastoren, so gestern Ulrich Gradert aus Niederkleveez, wollen zusammen mit engagierten Laien währende der ganzen Ausstellungsdauer dafür sorgen, dass ständig jemand von ihnen in der Nikolaikirche anwesend ist und die Besucher mit den nötigen Informationen über den multimedialen Aufbau der Dokumentation versorgen kann.

Hinzu kommt das Angebot, die Inhalte der Ausstellung durch Vorträge zu ergänzen. Als erster wird der frühere Propst des Kirchenkreises, Jörgen Sontag (jetzt Kiel) am morgigen Dienstag, 27.Mai, ab 19.30 Uhr in der Nikolaikirche genau auf die Frage eingehen, die quasi Aufhänger des Ganzen ist: „Aber das Wort sagten sie nicht – Die mühsamen Schritte der evangelischen Kirche in Deutschland zur Anerkennung ihrer Mitschuld an der Judenverfolgung“. Im Juni folgen drei weitere Vorträge, die die KN jeweils zeitgerecht ankündigen werden.
KK

 
 
 
   
 

Plöner Schüler liefern regionales Material für Wanderausstellung

 

Heikle Früchte der Recherche

Mit freundlicher Genehmigung der Ostholsteiner Zeitung

vom 23.Mai 2003

Plön – Vier ehemalige Plöner Schüler im Kirchenkampf stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“. Für das so genannte „lokale Fenster“ der Wanderausstellung, die morgen in der Nikolaikirche eröffnet wird, haben Schüler der Geschichts-AG des Gymnasiums Schloss Plön den regionalen Bezug zu diesem schwierigen Thema hergestellt. Gezeigt werden Absolventen des Plöner Gymnasiums, die 1904 und 1914 ihre Abiturprüfungen bestanden und deren Lebensläufe sich in der NS-Zeit miteinander verwoben hatten.

„Eigentlich haben wir an einem Beitrag für die Festschrift zum Schuljubiläum gearbeitet“, erläuterte der Geschichtslehrer Dr. Karsten Dölger. Ausgehend von den insgesamt sieben Abiturienten des Jahres 1904 habe man einen Bogen zum 300-jährigen Bestehen des Gymnasiums im kommenden Jahr spannen wollen. „Wir wussten zunächst nur die Namen“, erklärte Jessica Baasch. Es folgte eine aufwändige Recherche im „derzeit noch etwas schlecht geordneten Schularchiv“, im Stadt- und im Kreisarchiv. Als sich herausstellt, dass drei spätere Theologen aus diesem Abi-Jahrgang hervorgegangen waren, wurde die Spurensuche auf kirchliche Archive ausgeweitet. Sogar die israelische Gedenkstätte Yad Vashem und Holocaust-Museum in Washington wurden als Quellen hinzugezogen.

Ergebnis: „Diese drei Schüler erlangten für Schleswig-Holstein eine gewisse Bedeutung“, so Dölger. Zudem wiesen die Lebensläufe gewisse Parallelen auf. Hans Treplin war ein führendes Mitglied der Bekennenden Kirche. Pastor Walter Auerbach wurde wegen seiner jüdischen Herkunft zwangspensioniert. Die Spur von Hans Nassauer, einem der wenigen Schüler jüdischen Glaubens zu dieser Zeit in Plön, verliert sich in den 30er Jahren. Bei den weiteren Nachforschungen tauchte immer wieder der Name von Dr. Christian Kinder, dem Sohn des ehemaligen Plöner Bürgermeisters und Ehrenbürgers Johann Christian Kinder, auf. Der Abiturient aus dem Jahre 1914 trat 1925 in den Verwaltungsdienst der Landeskirche ein. Wurde ab 1934 zunächst Reichsleiter der Deutschen Christen und später Präsident der Landeskirche. „In dieser Funktion hatte er sicherlich auch die Zwangspensionierung Auerbachs mitzuverantworten“, erläuterte Helge Stephan. Doch die Tatsache dass der jüdische Auerbach in Hamburg überlebt habe, schließe nicht aus, das Kinder anschließend eine schützende Hand über seinen Mitschüler gelegt habe. In seinen Rechtfertigungsschriften rechtfertigte sich Kinder stets, mit der Zwangspensionierung zu Auerbachs Gunsten gehandelte zu haben. „Aus pädagogischer Sicht ist dies das wichtigste Ergebnis unserer Arbeit“, erläuterte Dölger. Mit schwarz und weiß, falsch und richtig, schuldig oder unschuldig werde man diesem Thema nicht gerecht.
dsn

Wanderausstellung „Kirche, Christen, Juden in Nordelbien 1933-1945“, Plöner Nikolaikirche, ab 25.Mai täglich von 10.30 bis 12.30 und 14.30 bis 17 Uhr, bis 22.Juni.

 
 
 
   
 

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